10 Gründe für Minimalismus

Minimalismus heißt freiwillig weniger Dinge besitzen. Das klingt für viele auf den ersten Blick merkwürdig und verrückt, aber es bringt sehr viele Vorteile mit sich!
Welche das sind, verrate ich dir heute!

Was ist Minimalismus?

Minimalismus ist ein freiwilliger Lebensstil mit wenig Besitz.
Und ich bin ein großer Fan davon.

Ich besitze zum Beispiel wenig Gewand (für einen Mitteleuropäer), und das meiste davon ist weiß. Das macht die Auswahl, was ich anziehe, sehr viel einfacher.
Und ich versuche, so wenig Dinge wie möglich einzukaufen. Das gilt für alle Bereiche meines Lebens (außer Bücher).

Es gibt viele berühmte Personen, die Minimalismus geschätzt haben.

Steve Jobs war ein großer Vertreter des Minimalismus. In seiner autorisierten Biografie (von Walter Isaacson) findet man darüber viele lustige Geschichten. So streng wie er, betreibe ich es nicht, aber das war schon sehr interessant zu lesen. Die legendären Rollkragenpullover von Steve Jobs sind von Issey Miyake, und er hatte zwanzig oder mehr davon. Das macht die Gewandauswahl super einfach.

Dieser Lebensstil hat sehr viele Vorteile, und diese möchte ich heute mit dir teilen.
Flamm Minimalismus

1. Du hilfst die Welt sauberer zu halten

In seinem Buch Treibsand – was es heißt ein Mensch zu sein beschreibt Henning Mankell ein wiederkehrendes Thema. Er fragt, was uns nachfolgende Kulturen über uns schließen werden, basierend auf unseren Überresten, die wir hinterlassen. Er diskutiert die Spuren, die wir hinterlassen.

Und ich frage dich: Hast du dir schon mal überlegt welche Spuren du hinterlassen wirst? Beziehungsweise welche Spuren du hinterlassen willst? Das ist eine sehr schwierige Frage, weil sie uns zwingt, uns mit unserer eigenen Vergänglichkeit zu beschäftigen.

Die Frage kann man beantworten auf der materiellen Ebene und auf der immateriellen. Konzentrieren wir uns vorerst auf den materiellen Besitz. Welchen Besitz möchtest du hinterlassen?
Was willst du deinen Kindern (egal ob du schon welche hast, oder nicht) weitergeben?
Denke mal kurz darüber nach!

Diese Frage beginnt den Denkprozess: Was ist dir wichtig?
Welcher materielle Besitz ist dir so wichtig, dass du ihn an deine Kinder weitergeben willst?
Gleich am Anfang vom Nachdenken wirst du sehen, dass du nur über die ganz wichtigen Dinge nachdenkst. Die „wirklich“ wichtigen Dinge. Du besitzt eine Unzahl von unwichtigen Dingen, die sofort in den Hintergrund treten. Und das ist auch gut so.
Vielleicht fallen dir ein paar Gegenstände ein, die du gerne weitergeben würdest.
Die nächste Frage, die ich dir stelle ist: Sind diese Dinge auch wirklich nützlich für deine Nachkommen, oder sind sie hinderlich? Nur weil gewisse Dinge dir gute Dienste geleistet haben, muss das nicht für die Zukunft gelten.
Das wird die Liste an Dingen nochmal einschränken, und wahrscheinlich werden ganz ganz wenige überbeleiben. Wahrscheinlich nur das Wichtigste.

Ich frage dich? Wieviele Dinge sind am Ende übriggeblieben? Wahrscheinlich sehr wenige. Aber was ist mit dem Rest der Dinge, die du besitzt. Ein Teil davon wird dein Leben schöner machen, und ein weitere Teil ist unnötiger Müll.

Leider bleibt dieser unnötige Müll nach uns auch noch auf der Erde, und belastet diese in den meisten Fällen. Du wirst in 100 Jahren nicht mehr auf dieser Erde sein, aber willst du deine Urenkel mit deinem Müll belasten.

Wenn du weniger Dinge besitzt, machst du auch weniger Müll, und belastest die Erde weniger. Das leuchtet ein. Du hilfst, die Welt sauberer zu halten.

2. Du hast weniger Sorgen

Als Menschen machen wir oft den Fehler, uns mit unserem Besitz zu identifizieren.
Manche Leute denken, sie sind ihr Haus. Manche Leute denken, sie sind ihr Auto. Du kennst sicher Beispiele dafür. Und das ist wirklich verrückt.
Wir sind nicht unser Besitz. Das ist eine Falle in die wir sehr leicht hineintappen.

Brad Pitt hat dazu im Film Fight Club ein super Zitat verwendet

The things you own end up owning you.

― Tyler Durden, Fight Club, Chuck Palahniuk

Übersetzt heißt das:
Die Dinge, die du besitzt, werden dich am Ende besitzen.

Ich kenne einige Leute, die ein Haus besitzen. Das ist der Traum von vielen Österreichern. Aber oft kommt mir vor, es ist umgekehrt. Das Haus besitzt die Besitzer. Ist es ein Haus wirklich wert, dafür sein ganzes Leben hinzugeben? Das ist eine sehr schwere Frage.

Je mehr Dinge du besitzt, umso mehr Dinge musst du dich kümmern. Je mehr Besitz du hast, desto mehr Sorgen wirst du darüber haben. Und umgekehrt, je weniger Besitz du hat, desto weniger Sorgen wirst du dir machen.

Ich möchte dich dran erinnern: Minimalismus ist eine freiwillige Entscheidung. Wenn wir uns dafür entscheiden können, geht es uns schon sehr gut.
Arme Leute haben den Luxus der Entscheidung nicht.

3. Du fokussierst dich auf die wichtigen Dinge

Wenn du weniger Dinge besitzt, denkst du mehr darüber nach, ob eine neue Anschaffung wirklich notwendig ist. Du lernst, dich auf die wirklich wichtigen Dinge zu fokussieren.
Mit der Zeit wird das einfacher, und du häufst keinen Müll mehr an.

Meiner Meinung nach ist es anstrebenswert, wenig Besitz anzuhäufen. Aber noch wichtiger ist die Fähigkeit, zu erkennen, was wirklich wichtig ist für dein Leben.
Durch diese Fähigkeit wirst du dir automatisch weniger Dinge kaufen, weil du sehen wirst, wie unwichtig der Rest ist.

Im vorigen Punkt habe ich über den Hauskauf gesprochen. Ein Haus bietet für viele Leute Sicherheit. Das ist ein sehr tief verwurzeltes Bedürfnis von vielen Menschen.
Und falls dieses Bedürfnis für eine Person wichtig ist, dann ist es auch vollkommen ok, sein Geld in ein Haus zu investieren. Nur dieser Schritt sollte wohlüberlegt sein, weil er wahrscheinlich mit einem zwanzigjährigen Kredit einhergeht.

Durch einen minimalistischen Lebensstil geht man die ersten Schritte zur Fähigkeit, zu erkennen, was wirklich wichtig ist im Leben.

4. Du vertraust dir mehr selbst

Das ist ein natürlicher Prozess. Wenn du lernst, welche Dinge für dich wichtig sind, lernst du dich selbst dadurch viel besser kennen.
Diese Selbsterkenntnis ist ein großer Schritt in die Richtung Selbstvertrauen.

Durch das Lernen, welche Dinge wirklich wichtig für dich sind, wirst du dich selbst sehr viel besser kennenlernen. Jeder Mensch setzt eigene Prioritäten. Durch diese Erkenntnis von dir selbst, wirst du dir selbst sehr viel mehr vertrauen.

Du besitzt weniger Dinge, und wirst besser im improvisieren werden. Du wirst lernen die Herausforderungen des Lebens mit weniger zu meistern. Dadurch wirst du dir selbst mehr vertrauen.

5. Du wirst freier in deinen Gedanken

Wir schränken uns oft selbst in unseren Gedanken ein. Diese Einschränkungen können vom Besitzdenken her kommen.
Weil ich XY besitze, kann ich AB nicht machen. Das ist ein weit verbreitetes Muster. (Sicherlich denkt jetzt jeder an das Haus von vorher).
In diesem Punkt geht es mir um die Freiheit der Gedanken, das möchte ich betonen. Es geht nicht darum verrückte Ideen dann auch wirklich auszuleben, sondern darum, sie zu denken.
Es geht darum sie zu denken, und uns selbst nicht einzuschränken. Ob wir die Gedanken ausleben ist was ganz anderes.

Als Kinder hatten wir alle sehr viele Träume und Visionen. Je älter wir werden, desto weniger Visionen haben wir.
Woran liegt das?
Natürlich gibt es dafür viele Erklärungen, aber ein wichtiger Punkt davon ist der Besitz, den wir im Laufe unseres Lebens anhäufen.

Die Anschaffung vieler Dinge führt zu einer gewissen Unfreiheit, besonders bei sehr teuren Dingen, wie zum Beispiel dem Haus weiter oben. Diese Einschränkungen können sehr vielfältig sein, aber meistens sind es Einschränkungen im Denken. Und das passiert leider meistens unbewusst.

Je weniger Dinge du besitzt, desto mehr Freiheit haben deine Gedanken.

6. Du sparst Geld

Das ist einfach. Weniger Dinge einkaufen heißt weniger Geld ausgeben.

Manchmal stimmt das nur bedingt, weil ich empfehle Minimalisten Multifunktionswerkzeuge zu kaufen. Also ein Ding, das viele Eigenschaften hat. Und diese Multifunktionswerkzeuge sind meist teuer. Ich bin ein großer Fan von meinem Kindle, weil der spart sehr sehr viel Platz.

Normalerweise sollte ein minimalistischer Lebensstil dazu führen, dass du ein bisschen sparen kannst.

7. Du sparst Zeit

Wenn du weniger Dinge hast, findest du diese auch meistens sehr viel schneller. Das ist ein Argument, das klar auf der Hand liegt.
Der zugehörige Nachteil von Minimalismus ist aber auch offensichtlich: Manche Vorhaben kann ich nicht umsetzen, weil ich die erforderlichen Dinge nicht besitze. Ich habe keine Heißklebepistole, und ich habe auch kein Werkzeug. Diese Dinge sind mir nicht wichtig.
Gretchen Rubin bastelt in ihrem Buch Happiness alle 10 Seiten was zusammen. Für sie ist das wichtig.

Entweder ich habe Dinge sofort, oder gar nicht. Wenn du mit diesem Umstand gut umgehen kannst, ist Minimalismus für dich gemacht.

8. Du hast mehr innere Ruhe

Den Lebensstil eines Minimalisten solltest du aus Überzeugung leben. Und wie anfangs beschrieben ist er freiwillig.
Durch die bis jetzt beschriebenen Punkte wirst du sehr viel innere Ruhe erlangen.

Natürlich hat dieser Lebensstil auch Nachteile, denn in manchen Bereichen führt er zu Belastungen. Dazu zwei kurze Beispiele:
Wenn mehr wie vier Leute zu Besuch kommen, muss ich aufpassen, wie ich meine Teller verteile. Wenn ich handwerklich was basteln möchte, muss ich aufpassen was möglich ist, weil ich besitze fast kein Werkzeug.

Das Ganze ist also ein Ausgleich. Ich tausche Gemütlichkeit und ein angenehmes Leben (und Besitz) gegen innere Ruhe.
Für manche Leute wäre die Vorstellung, nicht genug Rotwein Gläser für Gäste zur Verfügung zu haben, ein Horror. Mir entlockt das nur ein müdes Gähnen.

Du siehst also, es kommt darauf an zu erkennen, was wichtig für dich ist.

Flamm Innere Ruhe

Dieses Bild drückt innere Ruhe für mich aus.

9. Du schläfst besser

Wie wir im letzten Punkt gelesen haben, führt weniger Besitz zu mehr innerer Ruhe. Das führt automatisch zu besserem Schlaf.

10. Durch Minimalismus im Außen lernst du Minimalismus im Innen

Am Ende dieser Aufzählung kommt der wichtigste Punkt. Bis jetzt haben wir meistens über materielle Dinge gesprochen.
Aber alle besprochenen Punkte gelten genauso für Gedanken und Gefühle, also immaterielle Dinge.

Durch Minimalismus wird dir bewusst werden, welche Gedanken dir wirklich wichtig sind.
Durch Minimalismus wird dir bewusst werden, welche Werte dir wirklich wichtig sind.

Du fokussierst dich also auf die wichtigen Dinge im Leben, und lässt den unwichtigen Müll beiseite. Besitz sowie Gedanken.

Der Weg des Minimalismus

Was mit dem Besitz von weniger beginnt, schreitet voran mit dem Loslassen von gedanklichem und seelischem Müll. Und das hat etwas irrsinnig Befreiendes an sich.

Es gibt nur ganz wenig wichtig Dinge im Leben, und durch Minimalismus wirst du erkennen was das ist. Den Rest wirst du loslassen. Und das ist einfacher, als du dir vorstellst.

Denk selbst nach

Jetzt lade ich dich ein selbst nachzudenken. Folge meinen Worten nicht blind. Denke selbst nach.
Es ist wichtig, dass du dir deine eigenen Gedanken machst. Und noch wichtiger wie deine Gedanken sind deine Erlebnisse.

Probiere es doch mal. Fang mit einer Kugel Eis an (statt zwei oder drei).

Weniger ist Mehr.

 

Danke fürs Lesen,
Christoph

 

PS.:
Was sagst du über Minimalismus? Hast du Lebensbereiche, wo du versuchst minimalistisch zu sein, oder lebst du eher ausschweifend?
Ich würde mich freuen, deine Meinung in den Kommentaren zu lesen.

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