Wenn du am liebsten auf dem Klo weinen würdest

Passiert bei dir manchmal der totale Scheiß?
Schreit dich dein Chef an, und droht dir mit Kündigung, gibt es bitterbösen Streit mit den Kollegen, würdest du am liebsten am Klo weinen?
Heute gibt es ein paar Erste Hilfe Tipps für diese Situationen.

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Inhaltsverzeichnis

Wie wirst du mit unangenehmen Gefühlen fertig?
Sei achtsam
Unterbrich deine Verhaltensweise
Nordsibirische Eisenbahn
Wie habe ich es geschafft mit der Situation umzugehen?
Tiefes Ein- und Ausatmen
Sei nett (zu dir)
Neu entscheiden

Wie wirst du mit unangenehmen Gefühlen fertig?

Manchmal passieren in deinem Leben total beschissene Situationen. Jemand ist total gemein zu dir, dein Chef schreit dich an oder dein Partner sagt etwas zu tief Verletzendes. In all diesen Situationen fühlst du dich ungerecht behandelt und zu tief verletzt. Du weißt nicht, ob du losheulen, schreien oder davonlaufen sollst.
Du bist von deinen Gefühlen total überwältigt. Kennst du das?

Die gute Nachricht ist, das passiert vielen Leuten, und wir werden heute trainieren, wie man in so einer Situation am besten reagiert.
Ich wünsche dir keine solche Situation an den Hals, aber das nächste Mal, bist du gewappnet.

Sei achtsam

In Situationen, wo du total starke Gefühle empfindest, hat dein Gegenüber einen Schlüsselreiz bei dir getroffen. Das ist ein Punkt, der dich total stark ärgert. Und genau deswegen weil er so einen Reiz getroffen hat, bist du innerlich so aufgebracht.

Der erste Schritt im Umgang mit solchen Situationen liegt im Erkennen von solchen Situationen. Ja, das ist das Wichtigste. Wenn du das geschafft hast, hast du schon zur Hälfte gewonnen. Gerade nachdem dein Gegenüber einen Schlüsselreiz bei dir getroffen hat, setzen bei dir automatische Verhaltensmuster ein.
Und diese automatischen Verhaltensmuster sind gefährlich. Sie bringen dich zum schreien, weinen und bringen dir echt miese Gefühle.

Wenn das nächste jemand total gemein und verletzend zu dir ist, dann sage dir innerlich:
Achtung, es war jemand gemein und verletzend zu mir. Da hat jemand einen Schlüsselreiz bei mir getroffen. Genau jetzt werde ich achtsam sein.

Das hört sich jetzt bestimmt total blöd an, weil du fühlst ganz genau, wenn jemand gemein zu dir war. Aber bitte vertrau mir in diesem Punkt. Indem du dich selbst daran erinnerst, dass da jetzt was Unschönes passiert ist, veränderst du deine unbewussten Verhaltensweisen, und gehst viel besser mit der Situation um. Du nimmst dein Leben selbst in die Hand.

Unterbrich deine Verhaltensweise

Wir haben alle angelernte Verhaltensweisen, die nach großen Verletzungen sofort einsetzen. Diese Verhaltensmuster wenden wir unbewusst an.
Nachdem ein Schlüsselreiz bei dir getroffen wurde, verhältst du dich wie auf einer Autobahn. Dann passiert das, das, das. Und am Ende bist du nur noch ein Häufchen Elend.

Aber diese Verhaltensweisen kannst du auch unterbrechen. Nachdem du festgestellt hast, dass jemand total gemein oder verletzend, mache eins der folgenden Dinge:

  • Tief Ein- und Ausatmen,
  • Sag in Gedanken STOP,
  • Stehe auf und mach einen Spaziergang.

Alle diese Dinge unterbrechen deine automatischen Verhaltensweisen. Deine Gedanken würden gerne auf Autopilot schalten, und dich zu einem Häufchen Elend machen, doch du übernimmst selbst das Steuer, und nimmst dein Schicksal selbst in die Hand. Du bist der Schöpfer deines Lebens.

An diesem Punkt ist es wichtig zu erwähnen, dass es ok ist, sich verletzt zu fühlen. Das ist vollkommen in Ordnung. Nach wirklich schlimmen Situationen ist es in Ordnung Gefühle zu haben. Was nicht in Ordnung ist, ist sich seinen Gefühlen voll hinzugeben, auf Autopilot zu schalten und sich seinen automatisierten Verhaltensweisen voll auszuliefern. Weil in diesem Modus verletzt du dich selbst oder andere.

Nordsibirische Eisenbahn

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In seinem Buch „Search Inside Yourself“ beschreibt Chade Meng Tan auch eine Methode, um mit total starken unangenehmen Gefühlen fertig zu werden. Er nennt diese Methode die nordsibirische Eisenbahn. Sie eignet sich gut für Situationen großer Kränkung oder Verletzung.

Einige der Dinge hast du schon gelesen, beziehungsweise wirst du noch lesen. Vielleicht hilft dir seine Formulierung und Sichtweise auf die Dinge.
Die Methode richtet sich an Leute, die schon ein bisschen Erfahrung mit Achtsamkeit haben.

NE1: Innehalten

Nachdem du ein großes unangenehmes Ereignis erlebt hast, und starke negative Gefühle und Gedanken in dir hochkommen, halte inne. Tan nennt das die geheiligte Pause, weil sie ist der wichtigste Schritt.

NE2: Atmen

Nimm ein paar tiefe Atemzüge und konzentriere dich dabei voll auf deinen Atem.

NE3: Beobachten

Beobachte nun deinen Körper, was geht in deinem Körper vor? Wo treten die starken unangenehmen Gefühle in deinem Körper auf?
Nimm die unangenehmen Gefühle in deinem Körper wahr, und denke:“Ich spüre gerade Wut (Trauer) in meinem Bauch.“ Das ist ein vollkommener Standpunktwechsel zum Satz „ Ich bin wütend(traurig).“

Als Menschen begehen wir oft den Fehler, uns mit unseren Gefühlen zu assoziieren.
Wir sagen „Ich bin wütend“, obwohl wir eigentlich meinen „Mein Körper verspürt Wut“.
Wir sind nicht unsere Gefühle, wir sind viel mehr.

Die Methode der sibirischen Eisenbahn basiert auf diesem Wechsel dieser Sichtweise.

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Hulk nicht verstehen, Hulk Körper wütend

NE4: Nachdenken

Woher kommen diese unangenehmen Gefühle in meinem Körper? Wieso reagiere ich so stark auf diese Handlungen.
Meistens stecken hinter den Schlüsselreizen ganz andere Quellen, als die Auslöser der speziellen Situation.
Falls eine andere Person an der Situation beteiligt ist, versuche die Situation aus der Sicht der anderen Person zu sehen. Denke darüber nach, dass jeder Mensch eigentlich nur nach Glück und Liebe strebt.

NE5: Reagieren

Durch die vorhergehenden Schritte solltest du sehr viel ruhiger geworden sein. In dieser Ruhe kannst du nachdenken, wie du weiterreagieren möchtest.
Durch deine Ruhe hat sich dein Spektrum an Handlungsmöglichkeiten erheblich erweitert.

Wie habe ich es geschafft mit der Situation umzugehen?

Ein Satz, der wirklich magische Kräfte hat ist der Folgende. Frage dich in schwierigen Situationen: Wie habe ich es geschafft mit der Situation umzugehen?

Du kommst dadurch in einen anderen Gedankenzustand. Du bist dann nicht mehr in der Denkweise, ich wurde gerade verletzt, sondern du bist in der Zukunft und denkst zurück, wie du es geschafft hast. Durch diese Frage gehen wir weg aus dem Problemzustand hin zum Lösungszustand.

Manchmal reiten uns unsere Gedanken und automatischen Verhaltensweisen in blöde Situationen hinein. Aber manchmal können sie uns auch sehr helfen. Unsere Gedanken denken gerne an Warum. Deswegen wird dir dein Intellekt sofort anfangen dir Lösungen zu suchen.

Das Mächtige an dieser Frage sind nicht die Lösungen, die dir aufgezeigt werden, sondern dass deine automatischen Verhaltensweisen nach einem Schlüsselreiz unterbrochen werden.

Eine genauso mächtige Frage ist: Wie lange dauert es, bis ich darüber hinweg bin?
Diese Frage bringt dich wieder weg vom Problemzustand hin zum Lösungszustand.

Ich möchte hier nochmal erwähnen, dass es in Ordnung ist, unangenehme Gefühle zu haben. Doch du solltest dich diesen Gefühlen nicht vollkommen hingeben. Frag dich selbst: Wie lange werde ich traurig (verletzt) sein? Damit denkst du an die Zukunft und den Lösungsprozess.

Eine ähnliche Variation ist: Was habe ich aus dieser Situation gelernt.
Auch hier gehst du wieder in die Zukunft. Du änderst deine eigene Bewertung der Situation. Du denkst nicht mehr an die Verletzung selbst, sondern an den Lerneffekt und das Gute der Situation. Das kann dir dabei helfen viele negative Situationen aufzulösen.

Tiefes Ein- und Ausatmen

Obwohl das ein alter Hut ist, möchte ich es nochmals erwähnen. Ich kenne wenige Methoden, die dich besser ins Hier und Jetzt holen, als tief ein- und auszuatmen.

Nimm ein paar tiefe Atemzüge und konzentriere dich dabei auf deine Nasenlöcher, deine Oberlippe oder deinen Bauch. Bleib mit deiner Konzentration bei der beobachteten Region.

Falls deine Gedanken wieder zu der Auslöser Situation deiner unangenehmen Gefühle zurückkehren, dann führe sie wieder liebevoll zu der betrachteten Region zurück und atme weiter.

Atme und konzentriere dich auf deinen Atem.

Auch wenn deine Gedanken stürmen, und deine Gefühle verrückt spielen, atme.
Sauerstoff ist das für unser Leben wichtigste Element. Spüre wie du ihn ein- und ausatmest. Folge der Lebensenergie, die du da einatmest.

Je länger du tief ein und ausatmest, desto mehr werden sich deine Gedanken und Gefühle beruhigen.

Sei nett (zu dir)

Gerade in einem Zustand der Aufgebrachtheit und Verletzung tendieren Menschen dazu andere zu verletzen.
Wenn du selbst gerade verletzt worden bist, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass du diese Verletzung selbst weitergeben wirst. Entweder du verletzt dich selbst oder andere.
Nach großen Kränkungen und Verletzungen gibt es zwei große Verhaltensweisen. Die eine ist sich selbst noch mehr fertig zu machen, weil man es ja nicht anders verdient hat. Die zweite ist, die Verletzung an jemand anderen weiterzugeben, weil es dieser andere ganz bestimmt verdient hat.

Aber dadurch wird aus Leid nur neues Leid erzeugt.
Ich weiß, es erfordert sehr viel Kraft und Achtsamkeit, aber versuche gerade in emotional hoch angespannten Situationen nett zu sein.

Sei nett gegenüber Allen, und das beinhaltet sei nett zu dir selbst.

Neu entscheiden

Wenn du einige der vorgehenden Tipps angewandt hast, dann sollten deine Gedanken und Gefühle etwas abgekühlt sein. Nun kannst du in voller Bewusstheit entscheiden, wie du dich weiterverhalten willst.

Natürlich kannst du dich dafür entscheiden, dich traurig und verletzt bis ans Ende der Tage zurückzuziehen. Aber du kannst dich auch dafür entscheiden, eine Stunde traurig zu sein, und dich danach aufzuraffen.

Sage dir innerlich (oder wenn du willst auch laut): „Ich übernehme Verantwortung für mein Leben. Ich entscheide mich XYZ zu tun!“

Dein Leben liegt in deiner Hand!

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Das Leben liegt in deiner Hand

Jetzt bist du dran

Alle diese Punkte sollen dir helfen, falls du in die Situation einer großen Verletzung oder Beleidigung kommst. Das sind Erste Hilfe Maßnahmen für dich.

Jeder von uns hat solche Situationen schon erlebt, und hat Verletzungen daraus getragen. Wirklich jeder hat das erlebt. Das macht uns zu Menschen.
Indem du achtsam bist, deine automatischen Verhaltensweisen unterbrichst und die genannten Tipps anwendest, wird es dir das nächste Mal besser gehen.

Es werden immer wieder beschissene Situationen passieren, aber du kannst dein Leben selbst in die Hand nehmen und entscheiden, wie du darauf reagierst. Ich glaube an dich. Es liegt in deiner Hand.

Die Wahrheit

Wenn du diese Zeilen liest, dann denkst du dir vielleicht, mir geht es immer gut. Aber das ist leider weit gefehlt. Seit ich diese Artikel schreibe passiert mehr Scheiße als mir lieb ist. Aber jedesmal wird es ein kleines Stück besser!

 

Ich hoffe, ich habe dir ein paar gute Ideen und Anregungen geliefert.

 

Danke fürs Lesen,
Christoph

 

PS.:
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