Buddha und die Sandburgen

Folgende Geschichte handelt von Buddha und scheinbar wichtigen Dingen.

Sie ist ein wahres Juwel und hat mich viel gelehrt. Deswegen möchte ich sie mit dir teilen.

Buddha und die Sandburgen

Flamm Buddha Sandburgen
In der Zeit als Gautama Buddha noch lebte, reiste er durch das Land um Vorträge zu halten. Indien ist ein sehr großes Land. Früher war es sogar noch größer, weil man langsamer reiste. Doch Buddha wollte seine Lehren allen zugänglich machen, deshalb bereiste er das gesamte Land.

Und so trug es sich zu, dass Buddha eines Tages in ein Fischerdorf am Meer kam. Da er schon mittags ankam, aber erst abends seinen Vortrag halten wollte, verbrachte er die verbleibende Zeit am Strand des Dorfes.

Untertags spielten dort am Strand die Kinder des Dorfes. Während ihre Väter beim Fischen waren, und die Mütter kochten, spielten die Kinder frohen Herzens am Strand. Sie spielten Fangen und spielten mit dem Sand.

Während Buddha unter einem Baum im Schatten saß beobachtete er die Kinder bei ihrem Spiel. Ein Spiel stach aber hervor unter allen anderen. Die Kinder bauten Burgen aus dem Sand.

Die Kinder wollten sich gegenseitig überreffen mit den Burgen. Größer, schöner, pompöser. Die älteren Kinder bauten die größten Burgen, und sie wurden von den jüngeren Kindern nachgeahmt.

Nicht selten passierte es, dass der Neid der kleinen Baumeister dazu führt, eine feindliche Burg mit einem gezielten Fußtritt zum Einsturz zu bringen.

Dann weinten die Kinder große Tränen. Und nach einer kurzen Pause wurde schon ein noch prächtigeres Schloss aus erbaut. Die Sandburgen waren der ganze Stolz der Kinder, und er Fokus ihrer Welt für diesen Nachmittag.

So ging das den ganzen Nachmittag, und die Sonne näherte sich langsam dem Horizont. Doch was passierte als es langsam Abend wurde?

Die Mütter der Kinder kamen zum Strand, und holten die Kinder zurück ins Dorf. Doch was taten die Kinder.

Als die Kinder ihre Mütter sahen, warfen sie ihre Sandburgen nieder und lachten. Sie sprangen in die Sandburgen hinein und brachten sie zu Fall.

Der größte Stolz, noch eine halbe Stunde vorher der Mittelpunkt des Lebens, wurde auf einen Schlag unwichtig.

Und Buddha dachte, ach wie schön spiegelt dieses Verhalten die Menschen wieder. Wir klammern uns an so viele Dinge, die scheinbar wichtig sind, doch im nächsten Augenblick sind sie gänzlich wertlos.

-Frei nacherzählt aus Osho, Nansen: The Point of Departure

Geschichten

Ich liebe Geschichten , die zum Denken anregen. Sie sind etwas so Wundervolles.

Geschichten sind etwas Mächtiges, sie tragen oft eine tiefe Bedeutung in sich.

Aber ein Aspekt, den wir oft übersehen ist der Folgende: Eine Geschichte ist vor Allem ein Spiegel für uns selbst. Wir verstehen eine Geschichte so, wie wir selbst sind. Deshalb interpretiert jeder diese Geschichte anders.

Ich habe einmal mit einem Freund über Ajahn Brahms Geschichte vom Wurm im Misthaufen gesprochen (Diese Geschichte ist ein weiteres Juwel, das sicher bald hier vorkommen wird!). Er sah diese Geschichte vollkommen anders, obwohl wir beide das Gleiche gelesen hatten.

Flamm Klein

Einge werden sich jetzt vielleicht denken: Was will uns Christoph jetzt eigentlich sagen???

Urteile nicht vorschnell.
Lass die Geschichte wirken.
Denke über sie nach.

Meine Interpretation

Was bringt dir viel Geld, Ansehen und ein paar Buchstaben vor deinem Namen (bei uns auch als Titel bekannt) wenn du krank und alleine zu Hause im Bett liegst.

Viele Dinge im Leben verlieren schlagartig ihre Bedeutung.

Das passiert aber meistens nur, bei sehr einschneidenden Erlebnissen. Bei Todesfällen, oder schweren Erkrankungen. Erleben passiert meistens sprunghaft und nicht langsam.

Was wollte Buddha uns sagen? Wir hängen am Geld, am Ruhm, aber vor Allem an unserem Ego. Ich bin so schön. Ich bin so toll. Oder wer kennt nicht: mein Haus, mein Boot, mein Auto. Am meisten hängen wir an unserem Ego. Aber am Ende des Tages sind alle diese Dinge nichts wert, sie werden zerfallen wie die Burgen im Sand.

Viele Dinge scheinen so wichtig. Sind sie es wirklich? Meistens nicht, denn sie sind vergänglich.

Deshalb sollten wir darüber nachdenken, was uns wirklich wichtig ist.

Das Ego

Was ist denn dieses Ego? Das sind unsere Gedanken von uns selbst, wie schön wir sind, wie erleuchtet und gebildet wir sind. Das sind unsere Gedanken, mit denen wir uns identifizieren. Und fälschlicherweise glauben wir, dass wir unsere Gedanken sind. Doch wir sind viel mehr als unsere Gedanken.

Achtung, dieser Satz hat mich sehr geflasht, als ich ihn zum ersten Mal gelesen habe. Wir sind mehr als unsere Gedanken. Und es hat lange gedauert, bis ich ihn verstanden habe. Wenn dieser Satz dich heute verwirrt, lass ihn beiseite, denk nicht darüber nach und lies einfach weiter.

Das Ego ist jedenfalls sehr gerissen, und es wird uns noch sehr oft in diesem Blog besuchen.

Was ist wirklich wichtig?

Vor einem Monat habe ich mit einem Freund über die Vergänglichkeit von scheinbar wichtigen Dingen gesprochen. Wir haben gelacht, und uns erinnert, welche Dinge uns vor zehn Jahren auf der Universität wichtig waren. Alle diese Dinge sind jetzt verblasst, wir haben sie damals als viel zu wichtig angesehen.

Uns kam dann auch der folgende Gedanke: Wenn uns jetzt die vor zehn Jahren wichtigen Dinge als unwichtig erscheinen, vielleicht erscheinen uns dann in zehn Jahren die heutigen wichtigen Dinge als unwichtig.

Das war sehr interessant.

Und darüber lade ich dich ein nachzudenken! Nimm dir Zeit.
Gehe zehn Jahre in die Vergangenheit, zwanzig Jahre in die Vergangenheit. Welche Dinge waren damals für dich wichtig? Und vergleiche sie damit, welche diese Dinge davon sind dir auch heute noch wichtig. Und was wird dir in zehn Jahren noch wichtig sein?

Diese Übung wird dir einiges aufzeigen.

Viel Spaß dabei!

Danke fürs Lesen,
Christoph

 

PS.:
Hattest du auch mal Dinge, die dir wichtig vorkamen, aber mit der Zeit verblasst sind? Bei mir war das so mit meinem Gameboy. Zuerst dachte ich, er wäre das Wichtigste der Welt, aber ich wurde eines Besseren belehrt. Ich würde mich freuen, darüber in den Kommentaren zu hören.

Falls dir der Post gefallen hat , dann würde ich mich über ein Facebook Like freuen!


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