Heitere Gelassenheit für die Auf und Abs im Leben

Auf Facebook sieht man meist die schönen Dinge des Lebens. Ein schönes Urlaubsfoto, ein Bild vom leckeren Essen und ein Selfie beim Musikkonzert. Achtung , es könnte dein Glücksgefühl massiv erhöhen, wenn du mal genauer über diesen Punkt nachdenkst und weiterliest.

Hast du schon mal ein Bild gesehen von einem kranken Freund im Bett, oder ein mürrisches Selfie gleich nach dem Aufstehen. Höchstwahrscheinlich nicht 😉

Das liegt daran, dass wir alle gerne angenehme Erfahrungen haben wollen, und unangenehme Erfahrungen vermeiden wollen. Die schönen Dinge posten wir auf Facebook. Die unschönen Dinge behalten wir für uns.

Im Fluss des Lebens wird es immer wieder schöne sowie auch unschöne Dinge geben. Beide werden kommen und auch wieder vergehen. Das ist das Leben.

Wenn wir uns zu sehr auf schöne Dinge konzentrieren, und unschöne Dinge auf jeden Fall vermeiden wollen, wird das nicht zu Glück und innerer Ruhe führen, sondern eher zum Gegenteil. Wenn du einen Ausgleich findest, wird dich das zu heiterer Gelassenheit führen.

Verlangen und Ablehnung

Im Buddhismus wird das schön erklärt. Wir wollen angenehme Dinge erleben, das ist Verlangen . Und wir wollen unangenehme Dinge vermeiden, das ist Ablehnung . Aber diese beiden hängen näher zusammen, als uns lieb ist.

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Betrachten wir zum Beispiel Zuwendung vom Partner, das ist schön und wir fühlen uns gut. Das haben wir gerne, davon wollen wir mehr. Das ist Verlangen. Aber was ist, wenn dieses Verlangen nicht gestillt wird. Was ist, wenn der Partner einen anstrengenden Tag im Büro hatte, und den Fernseher vorzieht? Dann kann das Verlangen ganz schnell umschlagen in Ablehnung.

Wenn ich etwas begehre, und dieses Begehren wird nicht erfüllt, dann führt das zu Ablehnung und Leid.

Das ist sehr oft so.

Ich gehe sehr gerne ins Kino, das gefällt mir sehr gut. Da bin ich gut gelaunt, aber wehe meine Freundin hat einmal keine Zeit, weil sie was anderes zu tun hat Dann bin ich mies drauf, und der Abend ist gelaufen für mich.

Wenn ich etwas haben will, dann führt das zu Verlangen. Und wenn ich es nicht bekomme, dann führt es zu Ablehnung, Schmerz und Leid.

Viele werden jetzt denken, was kann ich gegen diesen Kreislauf machen? Soll ich aufhören Dinge zu begehren? Soll ich zum Jedi werden? Soll ich mir die Haare abscheren und in ein Kloster eintreten? Nein, die Antwort ist einfacher.

Sei achtsam

Sei achtsam.

Beobachte was passiert.

Wenn du das nächste Mal etwas haben möchtest, schau kurz an dich hinein, oder höre kurz in dich hinein. Vielleicht fühlst du auch kurz hinein. Hey was geht da gerade vor in mir?

Und genauso, wenn du irgendwas nicht bekommst, wenn dein Verlangen nicht erfüllt wird, also wenn du Ablehnung fühlst, wenn du Leid erlebst, sei achtsam.

Anfangs ist das etwas ungewohnt, über sich selbst nachdenken, und achtsam sein. Ich rate den Leuten immer, betrachtet das als ein Spiel , was geht gerade in mir selbst vor?

Was geht da gerade in mir selbst vor?

Betrachte dein Verhalten und deine Gefühle von der kindlichen, entdeckerischen und verspielten Seite.

Anfangs ist das schwierig, aber mit der Zeit wirst du immer besser darin werden. Es kann auch unangenehm sein, gerade in unschönen Momenten achtsam zu sein. Mit der Zeit wirst du sehr aufmerksam werden. „Hey ich hätte jetzt gern ein Eis, aber leider ist kein Eisgeschäft in der Nähe, aber ich hätte so gerne ein Eis“. Bei diesen Gedanken wirst du achtsam werden. Was geht da gerade in mir vor. „Ich verspüre gerade Hunger auf ein Eis oder was Süßes. Ich gehe in Gedanken durch, wo die nächste Gelateria ist: Und ich spüre schön langsam, dass ich unentspannt werde, weil ich kein Eis bekomme. Wenn ich in den nächsten zehn Minuten kein Eis bekomme, werde ich bissig. … . Eis, SOFORT!“ Kommt dir dieser innere Dialog bekannt vor?

Sei achtsam. Höre in dich hinein, schau in dich hinein und fühle in dich hinein. Was ist da los in dir?

Es wird vergehen

Wenn du achtsam bist, dann wirst du merken, dass alle diese Gefühle und Gedanken vergehen .

Durch die Achtsamkeit wirst du Verlangen und Ablehnung nicht aus deinem Leben verbannen. Durch die Achtsamkeit wirst du aber sehen, dass alle Gedanken und Gefühle mit der Zeit vergehen. Das ist der Fluss des Lebens, mal geht es besser, mal geht es schlechter.

„Ich will sofort ein Eis, oder ich… Ohh, ist das nicht eine schöne Tasche in dieser Auslage. Die würde doch ausgezeichnet zu meinen neuen Schuhen passen. Das ist eine wirklich schöne Tasche, und so billig.“(Du darfst statt Tasche und Schuhe natürlich etwas einsetzen, das du gerne hast). So kann es oft gehen. Gedanken und Gefühle vergehen.

Schöne Gefühle vergehen. Der schönste Triumph verblasst einmal. Die letzte Gehaltserhöhung wird als normal empfunden.

Aber auch unschöne Gefühle vergehen. Dieser Kollege war gemein zu mir. Dieser A**** heute in der Früh hat mich beim Autofahren geschnitten.

Alle Dinge vergehen.

Durch die Achtsamkeit und das Erleben dieser Vergänglichkeit, wirst du innere Ruhe erhalten.
Du wirst innere Ruhe und Heiterkeit erlangen. Das nennt man auch heitere Gelassenheit.

Nichts ist so toll, so geil oder so schlimm, wie man anfangs denkt.

Sei achtsam, wenn du Verlangen oder Ablehnung empfindest, und du wirst erleben, dass diese Dinge vergehen. Dadurch wirst du innere Ruhe und Heiterkeit erlangen.
Besonders in schwierigen und schmerzhaften Situationen kann es sehr herausfordernd sein, achtsam zu sein und zu bleiben. In einem heftigen Streit mit meiner Freundin kann es schon passieren, dass ich innerlich vergesse achtsam zu sein. Aber gerade in diesen Situationen kann ich am meisten über mich selbst lernen. Gerade in den beschissensten Situationen ist die Achtsamkeit am schwierigsten, aber dort wird sie auch die meisten Früchte tragen.

Ich übe mich schon lange in Achtsamkeit, und es wird besser. Ich ärgere mich nicht mehr so oft über mich selbst oder andere. Ich bin dadurch gelassener und heiterer wie früher. Und manchmal gönne ich mir sogar ein Eis.

Und das kannst du auch!

Panta rhei

Diese Vergänglichkeit, diese Änderung, wird in der Literatur über die Jahrhunderte hinweg immer wieder beschrieben. In der griechischen Antike sagte man „panta rhei“ – „Alles fließt“.

In der Vipassana Meditation (um im Buddhismus allgemein) wird die Vergänglichkeit bedacht mit dem Wort Anicca . Mein Fuß tut mir beim Meditieren weh. Anicca, Anicca, Anicca, es wird vergehen. Ich fühle mich total super und entspannt. Anicca, Anicca, Anicca, es wird vergehen.

Es wird immer wieder angenehme und unangenehme Erfahrungen und Erlebnisse geben. Beide gehören zum Leben, und beide werden vergehen.

Natürlich gibt es dazu auch moderne Formulierungen

Life has three rules: Paradox, Humor, and Change.
…Change: Know that nothing ever stays the same.

Dan Milmann, aus dem Film The Way of the Peaceful Warrior

Übersetzt heißt das, Nichts bleibt gleich.

Eine kurze Zusammenfassung

Wenn wir in unserem Leben nur angenehme Dinge tun wollen, und alles Unangenehme vermeiden, so wird uns das unglücklich machen.

Wenn wir schöne und angenehme Dinge wollen, dann ist das Verlangen . Bei Nichterfüllung des Verlangens kann es sehr schnell umschlagen in Ablehnung.

Was uns dabei hilft ist Achtsamkeit , weil sie uns zeigt, dass Gefühle und Empfindungen vergänglich sind.

Achtsamkeit ist ein mächtiges, ein sehr mächtiges Werkzeug auf dem Weg zu innerer Ruhe, Freude und Glück. Sie erfordert jedoch Übung.

Lass dich nicht entmutigen, wenn du ein bisschen üben musst.

Manchmal geht es bergab, aber danach geht es jedes Mal wieder bergauf, das ist der Fluss des Lebens!

Zum Abschluss lade ich dich dazu ein, achtsam zu sein in allen Situationen. Es wird dein Leben nachhaltig verbessern . Viel Spaß damit!
In meinen Seminaren mache ich viele Übungen zu Achtsamkeit, komm doch mal vorbei.

 

Danke fürs Lesen,
Christoph

 

PS.:
Wenn du das nächste Mal auf Facebook das Wiesn Selfie eines Freundes oder einer Freundin siehst, denk dir, das wird vorbeigehen. Genau wie das Kopfweh am nächsten Tag.
Anicca, Annicca, Anicca.
Hattest du schon mal schlechte Erlebnisse oder Gefühle, die vergangen sind ? Ich würde mich freuen, darüber in den Kommentaren zu hören.
Falls dir der Post gefallen hat , dann würde ich mich über ein Facebook Like oder ein Party Selfie freuen (und ich werde aufpassen, dass das Verlangen nach Likes nicht in Ablehnung umschlägt 😉 )


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Ein Kommentar zu “Heitere Gelassenheit für die Auf und Abs im Leben
  1. Tine sagt:

    Vor einigen Wochen bin ich auf dem Weg in die Arbeit im Stau gestanden. Im ersten Moment wollte ich mich darüber ärgern, dass ich deshalb zu spät in die Arbeit komme. Aber ich habe dann kurz inne gehalten und nach gedacht. Dann habe ich mir gedacht, dass ich mich glücklich schätzen kann, dass ich noch nie einen Unfall hatte und jetzt „nur“ im Stau stehe und nicht im Unfallauto sitze. Dann habe ich gute Musik im Auto aufgedreht und den Sonnenaufgang genossen 🙂

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