Die Kuh, die weinte

Menschen können sich ändern. In jedem steckt das Potential zu wachsen.
Dazu heute die inspirierende Geschichte von der Kuh, die weinte.

Stammlesern von meinem Blog kommt diese Geschichte vielleicht bekannt vor, weil sie die namensgebende Geschichte von Ajahn Brahms Buch über Weisheitsgeschichten ist, das ich schon mal in diesem Artikel vorgestellt habe.

Flamm Kuh weinte

Inhaltsverzeichnis

Die Kuh, die weinte
Interpretation
Was ist gut, und was ist böse?
Du bist dran

Die Kuh, die weinte

Unsere Geschichte beginnt in Dublin, ganz weit weg von dort wo sie endet, nämlich in Australien.
Sie beginnt damit, dass ein kleiner Junge von der Schule heimkommt.

Der kleine Junge kam mit Tränen in den Augen von der Schule nach Hause. Er weinte bitterlich, weil ihn ein. Schulkollege mit einem Messer verletzt hatte. Er lief zu seinem Vater, und wollte Nähe, Zuwendung und Schutz. Doch anstatt den Jungen in die Arme zu nehmen, ging er in die Küche, holte ein Messer und sagte seinem Sohn, er solle den Angreifer noch stärker zurückverletzen.

Man stelle sich das einmal vor. Ein kleiner Junge, der Ruhe und Schutz sucht, aber nur Brutalität und Gewalt findet. Was wird nur aus diesem kleinen Jungen? In unserer Geschichte wird aus diesem kleinen Jungen ein junger Mann. Und dieser junge Mann begeht das schlimmste Verbrechen, das man verüben kann. Er nimmt das Leben eines anderen Menschen. Und für diese Tat kommt er ins Gefängnis.

Flamm Kuh Gefängnis

Er kommt in ein Gefängnis für Schwerverbrecher, und selbst dort setzt er sich so durch, dass er ganz oben in der Hierarchie der Insassen steht. So viel Gewalt und Brutalität trägt er in sich.
Er kann sich frei aussuchen, welche Arbeiten er im Gefängnis macht, und er wählt den gefängniseigenen Schlachthof und bedient dort das Bolzenschussgerät. Selbst im Gefängnis macht er weiter damit, Leben zu nehmen. Doch sein eigenes Leben steht kurz davor, zu enden und wieder neu zu beginnen.

An einem Tag kam eine Kuh, wie viele vor ihr, zum Bolzenschussgerät. Doch diese Kuh war besonders, denn sie blickte dem Mann in die Augen.
Sie blickte dem Mann in die Augen und der Mann blickte ihr in die Augen, und für einen kurzen Moment berührten sich ihrer beider Seelen. Die Kuh sah, dass sie Kurz vor ihrem Tod war, und das machte sie traurig. Und die Kuh weinte.
Dieser Moment der Verbundenheit mit der Kuh hatte den Mann stark berührt, doch als er die Tränen der Kuh sah, erwachte ein unbekannter Teil in ihm.

Flamm Kuh 2

Er ließ den Schlachthof hinter sich, er ließ ab von Gewalt und änderte sein Leben von Grund auf.
Natürlich war er noch immer im Gefängnis, aber seine Gedanken hatten sich geändert.

Von diesem Zeitpunkt an, lebte er in Frieden mit sich und seiner Umwelt.

frei nacherzählt aus: Die Kuh, die weinte – von Ajahn Brahm

Es ist schon lange her, dass ich die Geschichte gelesen habe, und wenn sie kleine Abweichungen vom Original hat, bitte ich das zu entschuldigen

Interpretation

Jeder kann sich ändern, wirklich jeder. In jedem Menschen steckt ein Funke aus Liebe und Freude, so tief er auch versteckt sine mag.

Die Geschichte spielt in der heutigen Zeit, aber es gibt viele Überlieferungen von Personen, die durch spirituelle Erfahrungen vom Pfad der Gewalt zu innerem Frieden gefunden haben. Im Buddhismus ist die wohl bekannteste Person Angulimala. Er war ein gefürchteter Bandit zur Zeit Buddhas, der die Finger seiner Opfer sammelte. Doch eine Begegnung mit Buddha verwandelte ihn.

Genauso wie der Mann in unserer Geschichte wurde Angulimala transformiert. Zuerst waren die Leute ungläubig, aber er blieb seinem neuen Pfad treu. Heute wird Angulimala sogar in manchen Gebieten Südostasiens als Schutzheiliger verehrt. Ein ehemaliger Verbrecher und Mörder als Schutzheiliger, man stelle sich das einmal vor.

Flamm Kuh Angulimala

Wahre Transformation ist möglich.

 

In diesen beiden Geschichten haben die Protagonisten wirklich schlimme Taten vollbracht. Aber was für dich, für dich persönlich, noch viel wichtiger ist, auch Änderung im kleinen Rahmen sind möglich. Jeder Mensch kann sich ändern.

Ändere deine Gedanken, dann ändern sich deine Taten. Beobachte deine Gedanken, und versuche manchmal ein bisschen anders zu denken, dann werden sich auch deine Taten ändern. Mach kleine Schritte. Du wirst überrascht sein von der Macht dieser kleinen Gedankenänderungen.

Flamm Kuh Gedanken

Was ist gut und was ist böse?

In der großen Geschichte und der Erzählung von Buddha ist gut und böse sehr einfach zu trennen. Aber im alltäglichen Leben ist das nicht so einfach.

Wir Menschen tendieren sehr gerne dazu, unsere eigenen Taten als gut hinzustellen, und die Handlungen der anderen als schlecht anzusehen. Jeder denkt von sich selbst, so klug, so weise und so erleuchtet zu sein. Die Anderen sind dumm, unwissend und gemein. Wir erwarten, dass sich die anderen unserer eigenen Meinung anschließen, weil wir es ja selbst so viel besser wissen.

Aber was wenn wir selbst falsch liegen?

Gestehen wir uns unsere eigenen Fehler ein? Haben wir die Größe uns zu entschuldigen? Lassen wir die Anderen ihr Leben leben?

Die Sache ist ja die, meistens hat niemand ganz recht. Meistens liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte. Mein Gegenüber liegt nicht vollkommen falsch, und ich bin nicht vollkommen richtig. In einfachen Alltagssituationen gibt es meistens kein gut und böse, richtig oder falsch.

Es geht darum, den anderen Menschen und seine Meinung anzuerkennen. Dein Gegenüber ist ein wertvoller Mensch, egal welche Meinung er vertritt. Du kennst die Vorgeschichte deines Gegenübers nicht, seine Erfahrungen, seine Verletzungen. Nicht nur vielleicht, sondern ganz sicher hat er seine Gründe so zu handeln, wie er handelt, nur meistens kennst du sie nicht.

Es ist einfach andere zu verdammen, weil sie anders denken und handeln, wie du selbst. Und es ist schwierig einen offenen Geist zu behalten. Fange noch heute damit an, einen offenen Geist zu kultivieren.

Du bist dran

Veränderung ist möglich, von anderen und von dir selbst. Sei nett zu dir selbst und zu anderen.

Das sind die ersten Schritte zu einem glücklichen und friedlichen Leben.

 

Danke, dass ich ein Stück deines Weges mit dir gehen durfte,
Christoph

 

PS.:
Was sagst du zu der Geschichte und zu den anderen Gedanken? Ich würde mich freuen, deine Meinung in den Kommentaren zu lesen.

Falls dir der Post gefallen hat , dann würde ich mich über ein Facebook Like freuen!

Du kannst mir jetzt auch auf Instagram folgen: https://www.instagram.com/christoph_flamm/

 


Falls dir die Geschichte gefallen hat, könnten dir auch folgende Geschichten gefallen:

Vom Adler, der glaubte, ein Hühnchen zu sein

Der wachende Gott

Über dem Abgrund

Der Mönch Chikanzenji

König Ashoka

Der Wanderer

Der Deva und der Wurm


Getagged mit: ,

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*