Loslassen

Ein großer Teil unseres eigenen Leids ist selbstverschuldet, weil wir uns verbissen an unsere Ansichten klammern. Durch das Loslassen erlangen wir ungeahnte innere Ruhe und Freude. Dazu heute eine inspirierende Geschichte.

Ich habe das Gefühl, dass diese Geschichte gerade sehr passend ist, deswegen erzähle ich sie.

Flamm Loslassen Titel

Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1: Lass los
Kapitel 2: Was liegt hinter den Worten?
Kapitel 3: Wahres Loslassen

Lass los

Einmal ging ein Mann einen Weg entlang, doch er kam vom Weg ab. Er kam sogar so weit vom Weg ab, dass er an den Rand einer steilen Schlucht kam. Und als er am Rand eben dieser Schlucht ging, stolperte er über die Wurzel eines Baumes, und fiel in die Schlucht. Im letzten Moment konnte er sich an einer rettenden Baumwurzel festhalten, und so hing er über der Schlucht.

Flamm Loslassen Abgrund

Der Mann versuchte sich an der Wurzel hochzuziehen, doch sie war nicht fest genug. Er schrie um Hilfe, aber niemand hörte ihn. Und so hing er über der Schlucht.

Die Zeit verging, er wurde schwächer und immer verzweifelter.

In seiner Verzweiflung begann der Mann zu beten: „Gott, falls es dich wirklich gibt. Du weißt ich bin kein frommer und gläubiger Mensch, aber wenn du mir jetzt hilfst, so werde ich deinen Namen loben und preisen bis ans Ende meiner Tage. Ich werde durch das Land ziehen, von deiner Güte Zeugnis ablegen, und dir den größten Tempel der Welt erbauen!“

Und wirklich, die Sonne verfinsterte sich, und der Mann hörte eine Stimme, wie er sie noch nie gehört hatte: „Sodann, ich bin gekommen. Was ist dein Begehr?“ Der Mann war außer sich vor Freude: „Gott, du bist wirklich gekommen. Hilf mir bitte aus dieser misslichen Lage, und ich werde an dich glauben bis ans Ende meiner Tage.“

Nach einer kurzen Pause vernahm der Mann wieder diese überirdische Stimme:

„Wenn du wirklich an mich glaubst, dann lass los.“

frei nacherzählt

Stammlesern von meinem Blog könnte diese Geschichte bekannt vorkommen

Was liegt hinter den Worten?

Wie entsteht Leiden?
Indem du dir wünschst, dass die Dinge anders wären, wie sie sind.

Du wünschst dir stark zu sein, obwohl du schwach bist.
Du wünschst dir einfühlsam zu sein, obwohl du grobschlächtig bist.

Denke einmal über diese Worte nach, und gehe in dich, ob diese Worte für dich stimmen. Auch wenn die Dinge gut für dich laufen, so wünschst du dir, dass es ewig so weiterläuft, und du klammerst dich daran. Wenn es nicht so gut läuft, dann willst du sowieso eine Änderung. Und so irrst du hin und her zwischen dem Begehren (von angenehmen Dingen) und der Vermeidung (von unangenehmen Dingen). Immer unruhig, niemals zufrieden mit dem was ist, und im Frieden mit dir selbst.

Leiden entsteht, wenn du dir wünschst, dass die Dinge anders wären, wie sie wirklich sind. Aber wie benutzt du dieses Wissen, um glücklicher und zufriedener zu werden?

Ganz einfach- indem du annimmst, wie die Dinge derzeit sind, ohne sie verändern zu wollen, wirst du sehr viel innere Ruhe und Freude und finden. In buddhistischen Texten wird oft von

  • achtsam sein
  • annehmen und
  • loslassen

gesprochen. Obwohl sich das theoretisch sehr einfach anhört, ist es praktisch sehr schwierig. Der schwierige Teil dabei ist das Loslassen.

Wahres Loslassen

Dabei spreche ich von wahrem Loslassen, wenn du deine Ansichten loslässt, wie die Dinge sein sollten. Das ist wahres Loslassen.

Loslassen ist ein schmerzlicher und befreiender Prozess. Es funktioniert dabei aber nicht die schönen Dinge zu behalten und die unschönen Dinge loszulassen. Loslassen ist wie in der Geschichte an der Wurzel zu hängen, ohne zu wissen was darunter liegt, und loszulassen.

Loszulassen bedeutet deine Glaubenssätze und vorgefassten Meinungen hinter dir zu lassen, und in jeden Moment wach und mit Forschergeist hineinzugehen.

Vertraust du auf dich selbst genug um loszulassen?

Flamm Osho Loslassen

 

Danke, dass ich ein Stück deines Weges mit dir gehen durfte,
Christoph

 

PS.:
Was sagst du zu der Geschichte und den Gedanken? Ich würde mich freuen, deine Meinung in den Kommentaren zu lesen.

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Ein Kommentar zu “Loslassen
  1. Tine sagt:

    genau! Und nicht an zig andere Sachen denken, sondern auch mit meinen Gedanken im Hier und Jetzt sein.

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