Interview mit Margot Maaß von DieSinnstifter.at

Wie hängt glücklich sein mit dem Sinn des Lebens zusammen?
Diese Frage stellen wir heute Margot Maaß von den Sinnstiftern. Sie ist Expertin für Glücksmomente und Sinnfragen.

Flamm Margot Maaß

Inhaltsverzeichnis

Die erste Begegnung mit dem Glück
Was ist Glück und was machen die Sinnstifter?
Wie werde ich glücklicher?
Der Sinn des Lebens
Motivation
Der Umgang mit schwierigen Situationen
Sinn stiften für Firmen
Zum Schluss Danke
Mehr

Die erste Begegnung mit dem Glück

Christoph: Liebe Margot, könntest du dich dem Leser bitte kurz vorstellen:
Margot: Vor der Gründung meines eigenen Unternehmens, das ist mittlerweile sechs Jahre her, war ich viele Jahre im Tourismus tätig. Einer Branche, bei der es vor allem darum geht, Glücksmomente für Gäste zu erzeugen. Ich wollte mich damals intensiver mit der Frage beschäftigen, wie kann man Glücksmomente für andere Menschen erzeugen und gibt es überhaupt wissenschaftliche Grundlagen dazu?

Ich bin in die Buchhandlung gegangen und habe mir gleich mal fünf Bücher über das Glück gekauft. Darunter war auch eines von Ernst Fritz Schubert – ein deutscher Pädagoge, der 2007 in Deutschland mit einem Kompetenzteam das „Schulfach Glück“ entwickelt hat. Diese Idee hat mich vom ersten Moment an fasziniert. Vor allem deshalb, weil ich in meinem damaligen Job für das Recruiting und die Ausbildung der Lehrlinge verantwortlich war. Und ich habe mit Besorgnis festgestellt, dass vielen jungen Menschen, wenn sie von der Schule in den Arbeitsmarkt eintreten, Lebenskompetenz, Eigenverantwortlichkeit aber auch die Freude an der Leistung fehlt. Und manche stellen sich auch die Frage nach dem Sinn im Leben. Das hat mich ziemlich nachdenklich gestimmt.

Ich dachte mir, wenn es uns gelingt, einen neuen Spirit, eine neue Haltung in die Schulen zu bringen, sodass die jungen Menschen besser mit den Herausforderungen des Lebens umgehen können und gleichzeitig an ihrem Glück arbeiten, dann ist das ziemlich genial. Das war also der Beginn eines wunderbaren Projektes und unserer Initiative „Schulfach Glück“.

Was ist Glück und was machen die Sinnstifter?

Christoph: Was ist Glück für dich?
Margot: Wir haben in unserer Arbeit eine einfache Definition dafür gefunden. Glück ist, wenn man sich glücklich fühlt. Wenn wir ein glückliches Leben anstreben, brauchen wir Glücksmomente und Lebenszufriedenheit.
Glücksmomente sind kurze schöne Augenblicke der Freude, Begeisterung, Lust, des Genusses, wie zum Beispiel der Geruch von Kaffee oder wenn man sich den Bauch halten muss vor lauter Lachen. Die 2. Kategorie von Glück, also die Lebenszufriedenheit sorgt dafür, dass Glück langfristig Wirkung hat. Das ist das Gefühl von Herzlichkeit, Harmonie, Einssein mit der Natur oder Sinn und Bedeutung in unserem Leben.

Christoph: Welche Leistungen bietest du mit deiner Firma, die Sinnstifter, an?
Margot: Uns geht es uns darum, den Glückslevel im Bereich der Bildung und in der Wirtschaft zu erhöhen. Und da gibt es eine Menge Potential nach oben.
In Kooperation mit dem Fritz-Schubert Institut bieten wir eine Weiterbildung für Pädagogen, Trainer und Coaches, also vor allem jene Menschen, die andere gerne dabei unterstützen wollen, aufzublühen.
Gemeinsam mit meinem Kollegen Siegfried Neubauer arbeite ich auf Basis der Glücksforschung und der Positiven Psychologie aber auch in Unternehmen. Denn wenn es Unternehmen gelingt, eine Kultur zu entwickeln und ein Umfeld zu schaffen, in dem Mitarbeiter Sinn in ihrem Tun erleben und glücklich sind bei ihrer Arbeit, dann ist das ein Gewinn für jeden einzelnen, der sich für das Unternehmen auch monetär rechnet.

Wie werde ich glücklicher?

Christoph: Konzentrieren wir uns am Anfang auf das Schulfach Glück.
Wie sollen die Schüler glücklicher werden?

Margot: Wir arbeiten dabei mit der Glücksformel, die lautet:

  • Glücksmomente
  • Lebenszufriedenheit
  • Umgang mit schwierigen Situationen

Flamm Margot Maaß Glücksformel

Ziel ist es, dass die Kinder für die Herausforderungen des Alltags gut vorbereitet werden und Möglichkeiten kennen, ein glückliches Leben zu gestalten. Es geht uns jedenfalls nicht darum, den Kindern eine rosarote Brille aufzusetzen, das ist mir wichtig zu betonen, denn das wäre verantwortungslos.

Christoph: Wie alt sind die Kinder im Schulfach Glück?
Margot: Die Teilnehmer unseres Lehrgangs unterrichten in der Volksschule aber auch in berufsbildenden höheren Schulen. Für das Glück gibt es ja keine Altersgrenze 😉

Der Sinn des Lebens

Christoph: Ihr nennt euch ja die Sinnstifter.
Welche Rolle spielt der Sinn des Lebens, um glücklicher zu werden?

Margot: Aus der Glücksforschung weiß man, dass Sinn und Bedeutung ein wesentlicher Faktor für ein glückliches Leben ist, neben vier weiteren Säulen, die Martin Seligman, in seinem PERMA Modell beschrieben hat:

P ositive Emotionen: positive Gefühle
E ngagement: Aktivität, Stärken einsetzen
R elationships: gelingende Beziehungen
M eaning: Sinn und Bedeutung des Lebens
A cccomplishment: Ziele erreichen

Christoph: Das ist eine Frage aus der gesamten Menschheitsgeschichte:
Wie finde ich den Sinn meines Lebens?

Margot: Zweifelsohne ist das eine große Frage, die nur jeder für sich beantworten kann. Folgende Fragen können dabei helfen:

  • Was haben andere Menschen davon, dass es mich gibt?
  • Was lässt mich in der Früh aufstehen und am Abend nicht einschlafen?
  • Was möchte ich, dass andere Menschen über mich erzählen?

Flamm Margot Maaß andere

Motivation

Christoph: Eine weitere Frage zum Schulfach Glück:
Wie motiviere ich Kinder?

Margot: Im Schulfach Glück schaffen wir positive Schlüsselmomente, wir schaffen Rahmenbedingungen, sodass die Kinder mehr Spaß miteinander aber auch mehr Freude am Lernen haben. Dabei geht es um Stärken, Freude, Gemeinschaft, Sinn und Flow, um nur einige Stichworte zu nennen. Aber es geht auch um den Umgang mit negativen Gefühlen und Situationen. Auch dafür bekommen sie Werkzeuge an die Hand. Damit werden sie vom Erdulder zum Gestalter ihres Lebens, das motiviert.

Flamm Margot Maasz Gestalter

Dasselbe gilt auch außerhalb der Schule. Damit ich zum Gestalter in meinem Leben werde, muss ich mir unter anderem bewusstmachen, worin bin ich gut. Diese Tätigkeit oder Aufgabe macht mir dann meistens ja auch viel Freude. Damit lege ich eine gute Basis für meinen Erfolg.

Der Umgang mit schwierigen Situationen

Christoph: Wie bringe ich den Kindern den Umgang mit schwierigen Situationen bei?
Margot: Schulfach Glück ist ressourcenorientiert. Welche Ressourcen gibt es beim Kind oder im Umfeld des Kindes, um mit der jeweiligen Situation fertig zu werden.
Ein Beispiel: Eine Absolventin unseres Lehrgangs hatte eine Klasse übernommen, die Schwierigkeiten in Latein hatte. Am Anfang des Schuljahres hatte sie die Klasse gefragt: Was denkt ihr, braucht ihr, um Latein positiv abzuschließen. Da sind viele tolle Antworten gekommen. Und die Kinder haben auch erkannt, was passiert, wenn eines dieser Mosaiksteinchen fehlt, was z.B. passiert, wenn sie Schule schwänzen.

Christoph: Die Kinder wurden also auf ihre eigene Verantwortung hingewiesen, und es wurden ihnen auch gleichzeitig Ressourcen aufgezeigt.
Margot: Ja, genau. Ein theoretischer Ansatz im Schulfach Glück ist beispielsweise die systemisch-konstruktivistische Herangehensweise, um zu erkennen, welche Rolle spiele ich und die anderen im System und welche Konsequenzen hat mein Tun.

Sinn stiften für Firmen

Christoph: Zum Abschluss hin würde ich dich auch gerne fragen, welche Leistungen bietet ihr für Firmen an:
Margot: Auf Basis des PERMA Modells erarbeiten wir mit Menschen und Organisationen, wie gemeinsam sinnvolle Ziele erreicht werden können und dabei die Freude am Tun ein maßgeblicher Faktor ist. Glück wird zu 40 % von unserer persönlichen Einstellung und Haltung beeinflusst. Wenn wir also am Verhalten von Menschen arbeiten wollen, müssen wir zuerst bei ihrer Haltung ansetzen. Nur Menschen, die veränderungswillig sind und den Nutzen neuer Verhaltensweisen für sich und ihr Umfeld erkennen können, sind bereit, neue Wege zu gehen.
Kurz gesagt: Wir wollen Menschen und Unternehmen zum Aufblühen bringen, weil glückliche Menschen erfolgreich sind.

Zum Schluss Danke

Christoph: Ein Lesetipp von dir?
Margot: Neben Ernst Fritz Schubert, das Schulfach Glück, kann ich Tal Ben Sahar Glücklicher empfehlen.

Christoph: Was ist deine Lieblingseissorte?
Margot: Banane und wenn’s ein Eisbecher sein darf, dann bitte einen Bananensplit.

Christoph: Was soll dein letzter Satz sein?
Margot: Danke.

Christoph: Und mit diesen Worten möchte ich auch Danke sagen.

Mehr

Mehr von Margot findest du auf ihrer Seite DieSinnstifter.at.

 

Danke, dass ich ein Stück deines Weges mit dir gehen durfte,
Christoph

 

PS.:
Was sagst du zum Sinn des Lebens? Ich würde mich freuen, deine Meinung in den Kommentaren zu lesen.

Falls dir der Post gefallen hat , dann würde ich mich über ein Facebook Like freuen!

Du kannst mir jetzt auch auf Instagram folgen: https://www.instagram.com/christoph_flamm/

 


Falls dir der Artikel gefallen hat, könnten dir auch folgende Artikel gefallen:

Interview mit Bernd Lohmöller

Interview mit Alexandra Haring

Das sagt der Glücksminister Ha Vinh To

Interview mit Alexandra Haring

Interview mit Elisa Gratias von flohbair.com

Was ist Glück?


Veröffentlicht unter Glück Getagged mit: ,

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Kurse

Im August halte ich einen Meditatinskurs am Steinbrunner See: meditation_see_2_1200x625 Ab September halte ich einen Meditationskurs am WIFI Eisenstadt. Flamm_med_schoen_1200x625 Hier kommst du zu den Informationen über alle meine Kurse

Was andere über mich sagen

"... Der Kurs half mir IM HIER UND JETZT MEIN LEBEN ZU LEBEN, WAS ICH AUCH WIRKLICH WILL..."

"...Vor dem Kurs habe ich nie darüber nachgedacht, dass ich mir die meisten meiner Glaubenssätze und Verhaltensweisen unbewusst angeeignet habe und nie hinterfragt habe..."

Hier findest du weitere Danksagungen