Der richtige Weg

Schwaches Vertrauen in dich selbst und Unsicherheit lassen dich daran zweifeln, ob du auf dem richtigen Weg bist. Aber tief in dir weißt du, wo du hin willst. Dazu habe ich heute eine zutiefst inspirierende Geschichte für dich.

Flamm Weg Titel

Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1: Der richtige Weg
Kapitel 2: Was liegt hinter den Worten?

Der richtige Weg

Vor langer Zeit lebte in einem weit entfernten Land ein einfacher junger Mann. Er arbeitete brav, und war in seinem Dorf angesehen, doch innerlich war er unzufrieden mit seinem Leben. Der Mann träumte von einem Leben am Meer.

Eines Tages nahm der Mann all seinen Mut zusammen, und machte sich auf in Richtung Meer. Neben dem Dorf des Mannes gab es einen Wald, und die Legenden besagten, dass weit hinter dem Wald das Meer zu finden sei. Sein Weg führte ihn direkt hinein in den Wald.

Flamm Weg Wald

Nach einem langen Marsch im Wald erreichte er eine Lichtung, wo sich die Bäume teilten. Dieser Ort war wirklich wunderschön, denn dort war ein kleiner Teich, und ein riesiger Baum stand in der Lichtung. Und so setzte sich der junge Mann unter den Baum, genoss die Ruhe und machte dort eine Pause.

Obwohl es dort sehr schön war, entschied er sich weiterzugehen. Am Ende der Lichtung teilte sich der Pfad. Und dort stand auch ein Wegweiser, aber leider war das Holz schon so alt, dass die Tafeln des Wegweisers hinuntergefallen waren. Auf der ersten Tafel, die am Boden lag, stand „Freude“ und auf der zweiten stand „Verderben“. Aber welche Tafel gehörte zu welcher Richtung? Der junge Mann war sehr verwirrt, direkt die Worte Freude und Verderben zu finden, aber anscheinend führte der eine Weg zur Freude und der andere Weg zum Verderben.

Der junge Mann spürte, wie die Angst in ihm aufstieg. Sollte er den linken Weg oder den rechten Weg einschlagen? Der eine Weg würde ihn zur Freude führen, und der andere Weg ins Verderben, aber welcher Weg war welcher?

Flamm Weg Wegweiser

So stand der junge Mann lange an der Gabelung der beiden Wege. Er stand dort bis die Sonne unterging und wieder aufging. Am nächsten Tag stand er noch immer dort, unschlüssig welchen Weg er nehmen sollte.

Am dritten Tag überlegte er: „Das Gras beider Wege ist niedergetrampelt, das heißt auf beiden Wegen schreiten Menschen. Ich warte einfach hier, und frage die Reisenden, die hier entlang kommen, nach dem Weg.“ Das war ein guter Plan, und so baute sich der junge Mann eine kleine Hütte auf der Lichtung am Teich.

Flamm Weg Teich

Der junge Mann wartete und die Tage vergingen, viele Tage. Auf den Sommer folgte der Herbst, und nachdem auch die letzten Blätter von den Bäumen gefallen waren, kam der der Schnee. Aber der junge Mann harrte aus. Und wirklich, am Tag, an dem der junge Mann die ersten Frühlingsblumen fand, kam auch ein Reisender vorbei.

Es war ein großer einfacher Mann, der eine erhabene Aura hatte. Er schritt langsam und sehr bedächtig. Der große Mann schickte sich an den linken Weg zu nehmen, doch bevor er weitergehen konnte, fragte ihn der junge Mann voller Ungeduld: „Edler Reisender, ist der linke Weg der Weg zur Freude und zum Meer?“ Der große Mann lächelte und sagte: „Ja, das ist er.“ Der junge Mann konnte sein Glück nicht fassen. Er hatte so lange gewartet, aber jetzt wusste er, welchen Weg er nehmen musste.

Da der junge Mann seine Hütte liebgewonnen hatte, und der Platz am Teich sehr schön war, beschloss er, noch eine letzte Nacht dort zu verbringen, und morgen aufzubrechen. Am nächsten Morgen war er überglücklich und stand schon sehr früh auf. Er war bereit den linken Weg einzuschlagen.

Doch als er gut gelaunt zur Weggabelung ging, traf er dort einen zweiten Reisenden. Dieser war klein, alt und sehr wohl genährt, aber er trug ein freundliches Lächeln auf den Lippen. Doch dieser Reisende wählte den rechten Weg. Sogleich wollte der Junge Mann ihn einhalten: „Achtung edler Reisender, dieser Weg führt ins Verderben. Geht ihn nicht.“ Der alte Mann hielt ein, musterte den Jungen Mann, und entgegnete lächelnd: „Ich bin diesen Weg schon oft gegangen, und er führt zur Freude und zum Meer.“ Nach diesen Worten ging er den rechten Weg entlang.

Der junge Mann war verwirrt. Welcher Weg war nun der richtig? Beide Reisende hatten ihm versichert, dass der jeweilige Weg der richtige sei. In der Früh noch war er voller Tatendrang gewesen, doch jetzt wusste er nicht, ob er links oder rechts gehen sollte. Eine tiefe Furcht überkam den jungen Mann. Er entschloss sich weiter in der Hütte zu bleiben, und weitere Reisende zu fragen.

Der junge Mann vergrößerte seine Hütte, und wartete auf andere Personen, die des Weges entlang kamen. Der Frühling wurde zum Sommer und es kamen einzelne Wanderer vorbei. Manche gingen nach links, und manche gingen nach rechts, doch jeder beharrte darauf, dass sein Weg der richtige war.

Am Ende des Sommers war der junge Mann so klug wie zuvor. Er wusste nicht, welchen Weg er einschlagen sollte, und so wartete er weiter in der Hütte. Und er wartete.

Die Tage vergingen, und auf eine Jahreszeit folgte die nächste. In unregelmäßigen kamen Reisende vorbei. Manche nahmen den linken Weg, manche den rechten. Nach einiger Zeit fragte der junge Mann schon gar nicht mehr nach dem richtigen Weg, weil jeder seinen Weg als den richtigen ansah.

Die Jahre vergingen, und der junge Mann gewann seine Hütte und den Teich lieb, denn es war ein wunderschöner ruhiger Ort. Aus dem jungen Mann wurde mit den Jahren ein alter Mann, und er vergaß mit der Zeit auch seinen ursprünglichen Wunsch, zum Meer zu gelangen.

Flamm Weg Teich

Viele viele Jahre nachdem der junge/alte Mann zu der Lichtung gekommen war, saß er vor seiner Hütte. Es kamen zwei Wanderer den Weg entlang, einer groß und der andere eher rundlich. Diese beiden gingen an dem Mann vorbei, grüßten ihn, und wanderten gemeinsam weiter den Weg entlang. Tief in der Erinnerung des Mannes regt sich etwas. Er kannte diesen beiden Männer, aber woher nur?

„Halt wartet. Bitte haltet ein!“ Der nun schon alte Mann eilte den beiden Reisenden nach, und warf sich vor ihnen auf den Boden. „Edle Reisende. Ihr wart die ersten beiden, die ich auf diesen Wegen schreiten sah. So sagt mir doch bitte, welcher Weg führt zur Freude und welcher zum Verderben?“

Der große Mann hatte eine erhabene gütige Aura. Er blickte zu dem Mann hinunter und sprach langsam: „Für jeden Menschen ist der Weg zur Freude ein anderer. Du musst deinen Pfad selbst wählen.“

Der nun schon alte Mann entgegnete ängstlich: „Aber wenn ich den falschen Pfad nehme, dann führt er mich ins Verderben. Denn dort auf dem alten Wegweiser waren zwei Schilder. Einer der Wege führt zur Freude, und der andere führt ins Verderben.“ Der zweite der beiden, der kleine rundliche Mann lachte laut und gellend auf. Er hielt sich den Bauch vor lauter Lachen, und sprach: „Ach dieser kaputte Wegweiser. Den haben wir als Scherz aufgestellt, sodass nur Personen aufrichtigen Herzens auf den Pfaden schreiten.“

Nach diesen Worten gingen die beiden Reisenden weiter. Der große ging den linken Weg, der kleine ging nach rechts. Und der alte Mann blieb weiter am Boden liegen. Tränen mischten sich mit der staubigen Erde unter ihm.

Und seit diesem Tag gibt es einen dritten Weg an der Abzweigung.

frei erfunden

Was liegt hinter den Worten?

Diese Geschichte ist so schön, und sie enthält Weisheit auf so vielen Ebenen.

Gehe in dich. Was sagt dir diese Geschichte?

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Flamm Weg Wenn Du

 

Danke, dass ich ein Stück deines Weges mit dir gehen durfte,
Christoph

 

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Ein Kommentar zu “Der richtige Weg
  1. Tine sagt:

    Hast du dir diese Geschichte ausgedacht?

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