Die Hexe und der Ring

Hast du manchmal das Gefühl weniger wert zu sein als andere. Dann ist die heutige Geschichte genau richtig für dich und deinen Selbstwert.

Sie zeigt dir, dass du ein wundervoller und wertvoller Mensch bist.

Flamm Selbstwert Titel

Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1: Die Hexe und der Ring
Kapitel 2: Was liegt hinter den Worten?
Kapitel 3: Du bestimmst deinen Selbstwert

Die Hexe und der Ring

Vor langer Zeit lebte ein Mädchen in einem Dorf. Dieses Mädchen war oft traurig und saß stundenlang am Ufer des nahen Flusses und weinte. Die Eltern des Mädchens machten sich Sorgen um ihr Kind, und so berieten sie, was sie tun konnten.

Es ging das Gerücht um, dass im nahegelegenen Wald eine Hexe wohnte, die zaubersame Tränke brauen konnte. Und obwohl es bestimmt gefährlich war, schickten die Eltern das Mädchen zu der Hexe, um einen Trank zu holen, der sie wieder glücklich mache. Als Bezahlung nahm das Mädchen eine Ziege mit.

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Und wirklich, tief im Wald traf das Mädchen die Hexe. Die Hexe beäugte sie misstrauisch und fragte: „Was ist dein Begehr junges Mädchen.“ Das Mädchen hatte Angst, aber sie nahm all ihren Mut zusammen und sprach: „Oh weise alte Hexe. Die anderen Mädchen in meinem Dorf sind alle viel klüger und hübscher als ich, des Weiteren bin ich ungeschickt mit Nadel und Faden. Deswegen bin ich unglücklich. Ich bin hier, um deine Hilfe zu erbitten.“

Die Hexe lächelte verstohlen und antwortete: „Meine Zeit ist wertvoll. Wie willst du mich entlohnen?“ „Diese Ziege hier soll euch versorgen mit Milch und Fleisch.“ Die Bezahlung war der Hexe angemessen, und so sagte diese „Also gut mein Kind. Komme morgen in aller Frühe wieder zu mir.“

Und das Mädchen tat wie ihr geheißen. Am nächsten Morgen ging sie zeitig in der Früh wieder zu der Hexe. Die Hexe erwartete das Mädchen schon vor ihrer Hütte. Die Hexe hatte ein merkwürdiges Funkeln in den Augen und sagte zum Mädchen: „Mein Kind, bevor ich dir deinen Trank gebe, tu mir noch einen Gefallen. Ich möchte diesen Ring hier verkaufen. Geh doch bitte auf den Markt, und frage die Händler, wieviel sie dafür bezahlen würden.“ Mit diesen Worten gab die Hexe dem Mädchen einen wunderschönen Ring.

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Natürlich konnte das Mädchen der Hexe den Wunsch nicht abschlagen, und sie ging sofort zum Markt in der nahegelegenen Stadt. Sie freute sich schon auf den Zaubertrank, der ihr Leben verbessern würde, deswegen wollte sie versuchen für die Hexe einen guten Preis herauszuschlagen. Doch obwohl sie es bei allen Händlern auf dem Markt versuchte, das höchste Angebot war 20 Silberstücke.

Entmutigt ging sie am Abend zurück zur Hexe, „Es tut mir leid edle Herrin, aber das höchste Angebot war 20 Silberstücke für euren Ring.“ Die Hexe saß nur still da, und beäugte das Mädchen. Nach einer langen Zeit der Stille sagte die Hexe: „Mein Kind, so gehe morgen mit dem Ring zum Goldschmied, und frage diesen, wieviel er mir zahlen würde.“

Das Mädchen war verwundert, es hätte gerne den Zaubertrank bekommen. Aber vielleicht war die Hexe böse, weil sie nur so einen geringen Preis herausgeschlagen hatte. Das Mädchen nahm sich vor, am nächsten Tag einen höheren Preis herauszuschlagen, und die Hexe zufrieden zu stellen.

Noch bevor am nächsten Tag der Hahn zum zweiten Mal krähte, ging das Mädchen zum Goldschmied. Dieser war sehr entzückt von dem Ring und sagte ihr, er wäre bereit 30 Goldstücke dafür zu bezahlen. Das Mädchen konnte ihr Glück nicht fassen, das war eine unglaubliche Summe. Die Hexe würde bestimmt erfreut sein, und sie würde ihren Trank erhalten.

Aufgeregt lief sie den Weg zur Hütte der Hexe. Noch vollkommen außer Atem erzählte sie der Hexe von ihrer aufregenden Begegnung mit dem Goldschmied: „Oh Herrin, der Goldschmied würde 30 Goldstücke für den Ring bezahlen.“ Aber anstatt sich zu freuen starrte die Hexe das Mädchen mit dem gleichen ausdruckslosen Gesichtsausdruck an, wie am Tage zuvor. Das Mädchen gab der Hexe den Ring mit zitternden Händen zurück.

Das Mädchen traute sich kaum zu sprechen: „Edle Herrin. Ihr habt eure Bezahlung bekommen, und ich habe getan wie ihr mir geheißen. Dürfte ich meinen Zaubertrank haben.“ Die Hexe lächelte und sagte: „Der Zauber ist schon gewirkt. Gehe nach Hause und sinne über diesen Tag und den letzten nach.“ Mit diesen Worten drehte sich die Hexe um und ging in ihre Hütte.

Das Mädchen war verwirrt, sie fühlte sich nicht anders. Was war hier nur los? Ängstlich und verwirrt ging sie zurück zur Hütte ihrer Eltern. Auf dem Weg dorthin kam sie an der Stelle am Fluss vorbei, wo sie schon so oft geweint hatte. Sie setzte sich dort hin, und dachte über die Hexe und die letzten beiden Tage nach.

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Sie saß lange dort. Als sie sich erhob, blickte sie in den See zu ihrem eigenen Spiegelbild. Und zum ersten Mal in ihrem Leben blickte sie in das Gesicht eines lächelnden, hübschen und intelligenten jungen Mädchens.

frei nacherzählt, gehört auf Laura Seilers Podcast

Was liegt hinter den Worten?

In der heutigen Zeit sieht man im Fernsehen und den Medien oft wie man sein sollte.

Als Frau sollte man aussehen wie ein Playboy Modell, Beruf und Familie unter einen Hut bringen und am besten Spitzenköchin sein.

Als Mann solltest du aussehen wie ein Mans Health Modell, Unmengen von Geld verdienen, Veganer sein und natürlich eine zarte Seite haben.

Da werden uns ganz schön viele Dinge vorgegaukelt. Und besonders wenn du ein einfühlsamer und empathischer Mensch bist, dann du fühlst dich nicht wertvoll im Vergleich zu den anderen. Die Anderen rund um dich strahlen und funkeln, und du fühlst dich nicht so wertvoll. Im schlimmsten Fall fühlst du dich sogar wertlos.

Wenn du dich wertlos fühlst, dann ist das so wie in der Geschichte, wenn du den Ring deines Lebens auf den Markt bringst und den erstbesten Preis annimmst. Du akzeptierst diesen Preis und sagst dir innerlich: Leider bin ich nichts wert.

Nach außen tust du so, als seist du wertvoll. Aber innerlich fühlst du dich wertlos. Und natürlich hoffst du, vielleicht, aber nur vielleicht bin ich ja doch ein bisschen wertvoll. Und an diesen Strohhalm klammerst du dich. Aber du glaubst nicht daran, und so lebst du ein Leben in stiller Verzweiflung.

Aber das stimmt nicht! Du bist ein wertvoller Mensch. Du bist voller Wert.

Die Geschichte sagt uns nicht, dass du im Außen nach deinem Wert suchen sollst. Nein. Sie sagt uns, dass dein Wert da ist. Obwohl andere deinen Wert manchmal nicht sehen, so ist er trotzdem da. Er ist vorhanden. Du bist ein wertvoller Mensch.

Du bestimmst deinen Selbstwert

Es ist traurig das zu sagen, aber es wird sehr selten passieren, dass ein andere Mensch zu dir kommt und dir sagt: Du bist ein wertvoller Mensch. Weil jeder Mensch den Ring seines eigenen Lebens mit sich trägt, voller Angst nicht viel wert zu sein. Jeder hat Angst wertlos zu sein.

Wenn wir unseren eigenen Ring nicht schätzen, wie können wir dann den Ring eines anderen loben?

Leider gibt es im echten Leben keinen Goldschmied, der dir sagt, wie wertvoll du wirklich bist. Das ist schade, aber trotzdem ist dein Wert vorhanden. Du bestimmst deinen eigenen Wert.

Du bist ein wertvoller Mensch, du bist voller Wert. Mehr noch, du bist der wichtigste Mensch in deinem Leben. Denk über diese Worte nach: Du bist der wichtigste Mensch in deinem Leben.

Du bist ein wichtiger, wertvoller und wundervoller Mensch.

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Danke, dass ich ein Stück deines Weges mit dir gehen durfte,
Christoph

 

PS.:
Was sagst du zu der Geschichte und zu den Gedanken? Ich würde mich freuen, deine Meinung in den Kommentaren zu lesen.

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