Vipassana – Sehen was wirklich ist

Vipassana ist die Meditationstechnik mit der Buddha die Erleuchtung erlangt hat. Mache auch du heute die ersten Schritte zu mehr Ruhe und Freude.

Vipassana ist eine wunderschöne Methode, mit der du mehr innere Ruhe, Freude und Gelassenheit erlangen kannst. Dieser Artikel ist Teil einer Serie, in der ich verschiedene Meditationen vorstellen werde.

Flamm Vipassana 1

Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste zuerst
Eine kurze Einführung
Wie wird Vipassana praktiziert?
Wie funktioniert Vipassana?
Wissenswertes
Vipassana Retreats
Meine persönliche Meinung
Du bist dran

Das Wichtigste zuerst

In diesem Artikel erkläre ich dir viele Dinge rund um die Meditationstechnik Vipassana. Das ist eine schöne intellektuelle Übung, aber um Vipassana wirklich zu erleben, musst du Vipassana praktizieren.

Du kannst 100 Stunden über Vipassana philosophieren und diskutieren, aber das eigene Erfahren und Erleben von Vipassana ist das Wichtigste.

Eine kurze Einführung

Der Sage nach hat sich Buddha unter den Boddhi Baum gesetzt, und hat Vipassana praktiziert, bis er erleuchtet wurde. Also ist Vipassana als Meditationstechnik schon mindestens 2500 Jahre alt, und höchst wahrscheinlich noch viel älter.

Vipassana selbst ist stark mit dem Buddhismus verbunden, und wenn im Buddhismus von Meditation gesprochen wird, ist damit meist Vipassana gemeint. Trotz dieser Verbindung zum Buddhismus ist Vipassana aber eigentlich eine Methode, die unabhängig von Religion praktiziert werden kann.

Vipassana kommt aus dem Pali und heißt übersetzt: Sehen, was wirklich ist.
Einer meiner Lehrer sagte einmal: Das Ziel von Vipassana ist die Erleuchtung, und nichts Geringeres. Das möchte ich mal so stehen lassen, aber aus persönlicher Erfahrung kann ich sagen, dass man durch das Praktizieren auf dem Weg dorthin sehr viel Ruhe und Klarheit erlangt.
Flamm Vipassana 2

Wie wird Vipassana praktiziert?

Die Anleitung zu Vipassana ist eigentlich ganz einfach. Du setzt dich hin, nimmst ein paar tiefe Atemzüge und kommst zur Ruhe. Dann konzentrierst du dich auf deinen Körper beziehungsweise einzelne Teile davon und nimmst wahr, wie sich diese Körperteile anfühlen.

Das hört sich ja nicht so schwierig an, aber die Herausforderung liegt in den Details.
Normalerweise ist dein Geist sehr unruhig, und er würde gerne zu hundert verschiedenen Dingen springen. Deine Aufgabe während der Meditation ist es, deinen Geist immer wieder sanft zu dem Körperteil zurückzuführen, wo du gerade warst.
Die zweite große Herausforderung ist die Bewertung der Gedanken. Beim Vipassana geht es um die Wahrnehmung der Körperempfindungen, ohne sie zu bewerten. Was heißt das? Wenn du deinen Arm als entspannt wahrnimmst, dann ist er entspannt. Aber ein Teil von dir will dann länger beim Arm bleiben weil das ein angenehmes Gefühl ist. Stell dir umgekehrt vor, bei der Meditation spürst du Schmerzen im Nackenbereich. Dann sind das Schmerzen, aber ein Teil von dir will weg von diesem Körperteil, weil es dort Schmerzen gibt.

Bei Vipassana geht es also darum, sich nacheinander auf verschiedene Stellen im Körper zu konzentrieren und diese wahrzunehmen ohne die Wahrnehmung zu bewerten. Wenn dein Geist zu anderen Gedanken abdriftet, leite ihn wieder sanft zurück zu der Übung.

Diese Anweisungen scheinen sehr einfach zu sein, aber gerade wegen dieser Einfachheit hat diese Meditationsmethode die Macht wirklich große Veränderungen in dir hervorzurufen. Und weil diese Methode so mächtig ist, ist es wichtig, dass du sie direkt von einem Lehrer lernst. Damit er dir zur Seite stehen kann, falls du ihn brauchst.

Wie funktioniert Vipassana?

Für interessierte Leser möchte auch ein bisschen auf die Wirkungsweise und die Theorie von Vipassana eingehen. Durch das konzentrieren und wahrnehmen der einzelnen Körperteile wirst du zwei Fähigkeiten entwickeln:

  • Achtsamkeit und
  • Gleichmut

Achtsamkeit ist die Aufmerksamkeit auf deine Körperempfindungen, ohne sie zu bewerten. Du wirst deinen Körper also sehr viel besser wahrnehmen können, und mit der Zeit wirst du selbst kleine Änderungen (egal wo) sehr schnell spüren.

Da sich Gedanken und Gefühle auch immer körperlich manifestieren, wirst du auch lernen, wo und wann sich Gedanken und Gefühle in deinem Körper ausdrücken. Und im letzten Schritt wirst du bei genauer Betrachtung dieser Gedanken und Gefühle erkennen, dass sie alle vergänglich sind. Diese Erkenntnis hilft dir dabei Gleichmut zu entwickeln. Wenn wirklich alles vergänglich ist, wieso sollte man sich dann daran klammern?

Das war die Idee hinter Vipassana ganz ganz einfach erklärt. In der Praxis ist es dann aber meist nicht so einfach das auch umzusetzen, denn diese Erkenntnisse müssen erlebt werden. Sie intellektuell zu verstehen reicht nicht aus. Ich würde hier noch gerne sehr viel mehr erzählen, aber wie gesagt, das Erleben ist wichtiger als das Wissen!

Flamm Vipassana 3

Wissenswertes

Jon Kabat-Zinn hat Vipassana als Meditationstechnik untersucht, und hat daraus die Methode MBSR (Mindfulness Based Stress Reduction) entwickelt. MBSR wird sehr oft in Zusammenhang mit Achtsamkeit erwähnt, deshalb ist es bestimmt gut zu wissen, dass MBSR zu großen Teilen von Vipassana abstammt.

Obwohl Vipassana oft im Zusammenhang mit Buddhismus erwähnt wird, ist diese Technik religionsunabhängig. Jeder Mensch kann seinen Körper und seine Empfindungen beobachten, sei er nun Christ, Moslem oder Hinduist. Jeder kann Vipassana praktizieren und zu innerer Ruhe finden, unabhängig von seiner Religion.

Vipassana Retreats

Eine Frage, die ich oft höre ist: Wo kann ich Vipassana lernen? Meine Antwort dazu ist: Bei einem Lehrer! Zum Beispiel in einem buddhistischen Zentrum oder bei einem Meditationslehrer. Gerade weil die Methode so mächtig ist, ist ein Lehrer für Hilfestellungen sehr wichtig.

Wenn du nach Vipassana suchst, wirst du bestimmt auch auf Meditations Retreats stolpern. Das sind 2-10 tägige Kurse mit Schweigen und viel Meditation. Sie sind eigentlich sehr gut, um Vipassana zu lernen.

Empfehlen kann ich Retreats von Vipassana International, die auch in Österreich Kurse halten. Das einzige Problem, du musst bei der Anmeldung schnell sein, denn die Plätze sind heiß begehrt.
Dort wird Vipassana nach S.N. Goenka gelehrt, und es wird 9 Tage lang geschwiegen. Die Bezahlung erfolgt auf Spendenbasis, du gibst also, was du für angemessen hältst.

Falls du wirklich was Tolles erleben willst, kann ich dir nur den Wat Pradath Doi Suthep ans Herz legen. Das ist einer der heiligsten Tempel im Norden von Thailand. Dort wurde neben den Tempel einfach ein kleines Meditationszentrum hingebaut für Ausländer.
Das Essen ist sehr gut, die Zimmer einfach und das Ambiente mitten im Dschungel ist einfach genial. Dieser Ort ist ideal um Vipassana zu lernen. Auch hier gilt: Früh genug anmelden, weil die Nachfrage ist sehr groß! Bezahlung auch auf Spendenbasis.

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Meine persönliche Meinung

Vipassana ist eine wundervolle Methode, die dir dabei helfen kann, innere Ruhe, Gelassenheit und Freude zu kultivieren. Aber Vipassana ist nichts für schwache Nerven.

Viele Leute denken, Vipassana sei einfach nur sitzen und ein bisschen in sich hineinfühlen, und die Entspannung kommt dann irgendwann mal. Das stimmt leider nicht.
Bei Vipassana wirst du eine Achterbahnfahrt erleben, du wirst schöne als auch unschöne Momente erleben. Du wirst dich weiterentwickeln, aber höchst wahrscheinlich auf andere Art und Weise, wie du erwartet hättest. Du wirst mit Schmerzen, Trauer und Freude konfrontiert werden. Vipassana ist kein einfacher, aber ein mächtiger Weg.

Vipassana ist nichts für Leute, die sich am liebsten berieseln lassen, sondern für Personen, die aufrichtig an sich selbst arbeiten wollen. Wenn du Vipassana wirklich aufrichtigen Herzens praktizieren willst, dann wird es dich verändern.

Zusammenfassend kann ich nur sagen, dass ich Vipassana jedem ans Herz legen kann.
Und der Name stimmt wirklich, denn mit der Zeit wirst du lernen zu sehen, was wirklich ist!

Du bist dran

Das war eine kurze Einführung in eine der ältesten Meditationstechniken der Welt. Vielleicht habe ich dich ja neugierig gemacht, und du kommst zu einem meiner Kurse. Ich würde mich freuen!

 

Danke, dass ich ein Stück deines Weges mit dir gehen durfte,
Christoph

 

PS.:
Hast du vielleicht Fragen oder Anmerkungen zu einer der Meditationen? Ich würde mich freuen, davon in den Kommentaren zu lesen.

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