Vom Ärger zum Glück

Kennst du das: Du ärgerst dich über irgendeine Kleinigkeit. Und diese Kleinigkeit wird immer größer. Du ärgerst dich so viel, dass dein ganzer Tag hinüber ist. Das geht vielen so.
Aber du kannst das auch nutzen, um glücklicher zu werden!

Flamm Ärger Glück

Was bringt mir Ärger für mein Glück?

Obwohl ich sehr viel meditiere ärgere ich mich auch sehr oft. Manchmal ärgere ich mich so lange über unwichtige Dinge bis mein ganzer Abend gelaufen ist. Am besten spricht mich dann keiner an, und ich gehe einfach nur schlafen. Das ist zwar keine tolle Verhaltensweise, aber sie ist ein Teil von mir.

Gehe mal in dich. Hast du auch Verhaltensweisen, durch die du dich manchmal schlecht fühlst. Vielleicht nörgelst du oft an deinem Partner herum, obwohl du ihn sehr gern hast. Vielleicht isst du (sehr) oft ein Stück Schokolade und hast deswegen dann Gewissensbisse. Packt dich oft der Ehrgeiz, und du machst Überstunden ohne Ende, weil ohne dich die Firma den Bach runtergehen würde.

Und danach fühlst du dich schlecht.

Keine Sorge, du bist nicht allein. Viele Leute haben solche Verhaltensweisen. Und diese negativen Verhaltensweisen treten immer und immer wieder auf.

Aber die gute Nachricht ist, besonders bei diesen Verhaltensweisen, die immer wieder auftreten, kannst du sehr viel über dich selbst lernen.
Gerade bei diesen automatisierten Verhaltensweisen, die immer wieder auftreten, kannst du sehr viel lernen und für dein eigenes Glück tun.

Jeder Mensch hat solche kleinen ärgerlichen Verhaltensweisen. Vielleicht erkennst du dich in der folgenden Geschichte ja wieder.

Der Drucker – Eine Tragödie in einem Akt

Letzte Woche war es wieder so weit. Meine Freundin und ich haben vor einiger Zeit beschlossen, eine Österreich Tour zu machen, und alle Landeshauptstädte zu besuchen. Als nächstes ist Bregenz an der Reihe.

In den Zeiten des Internet ist das Organisieren einer Reise sehr einfach, und ein Quartier und der Zug waren sehr schnell gebucht.
Ich bin noch etwas altmodisch, deswegen habe ich gerne Buchungsbestätigungen oder Zugkarten in Papierform mit, und nicht nur als E-Mail auf dem Handy. Das Ausdrucken sollte ja sehr schnell gehen.

Nur ein zwei Clicks, den Drucker anhängen, und das Zug Ticket würde gleich ausgedruckt werden. So war zumindest der Plan.

Ich hätte schon skeptisch sein müssen, wie mein Computer länger als normal brauchte, um das Zug Ticket pdf zu öffnen. Und dann beim Ausdrucken des Tickets passierte es. Nämlich nichts.

Die Übertragung des Druckauftrags dauerte gefühlt fünf Minuten. An deren Ende wurde ich nett darauf hingewiesen: Fehler beim Drucken.
Ich dachte mir, dann probiere ich es einfach nochmal.

Und ich habe es noch circa zehn Mal nochmal probiert. Immer ein bisschen anders. Mit einem anderen Programm, mit Drucker abdrehen, mit Computer abdrehen, mit Druckerschlange bereinigen. Nichts funktionierte.
Und schön langsam spürte ich, wie der Ärger in mir hochkam, weil das Ausdrucken nicht funktionierte.

In meiner Verzweiflung habe ich natürlich auf Google nach Hilfe gesucht, vergebens.
Meine Laune ging dann noch steiler bergab, als ich feststellte, dass ich auch normale Dokumente nicht mehr drucken konnte. Das war doch nicht möglich.

Ich wurde immer ärgerlicher und verbissener.
Dann kam noch meine Freundin dazu und gab mir von der Seite hilfreiche Tipps.

Nichts funktionierte. Ich ärgerte mich ohne Ende.
Durch meine Selbstwahrnehmung wusste ich, dass ich mich ärgerte, und das steigerte meinen Ärger nur noch mehr.

Der Abend war gelaufen. Egal, was ich ausprobierte, nichts funktionierte. Das musste ich an einem Punkt auch einsehen, dann legte ich mich schlafen.
Ich hatte mich eine Stunde lang über den Drucker geärgert, ohne Erfolg, dann habe ich mich niedergelegt.

Am nächsten Morgen habe ich den Druckertreiber neu installiert, und alles ging wie geschmiert. Dauer: 5 Minuten.

Was war passiert?

Jetzt kann ich wirklich über diese Situation lachen. Aber an diesem Abend konnte ich nicht lachen, denn ich war voller Ärger. Manchmal passiert mir das. Ich ärgere mich über Kleinigkeiten, immer und immer weiter bis ich dann erfüllt bin von Wut und Ärger.

Was war passiert? Eine automatische Verhaltensweise hatte von mir Besitz übernommen.
Was war im Detail passiert? Ich habe die Verantwortung für das Nicht Funktionieren des Druckers an mich gerissen, und ich habe es als mein persönliches Versagen angesehen, den Drucker nicht reparieren zu können. Deswegen habe ich mich schlecht und wenig liebenswert gefühlt. Das hat sich durch Wut und Ärger bemerkbar gemacht.

Du siehst hier, hinter diesem Ärger über den Drucker steckt viel mehr. Ich habe mich eigentlich über mich selbst geärgert, und ich habe mir selbst zu wenig Liebe gegeben.
Hinter diesem Verhalten an der Oberfläche steckt viel mehr. Im Hintergrund laufen da sehr viele unbewusste Prozesse, Verhaltensweisen und Glaubenssätze ab.

Alle diese unbewussten Verhaltensweisen im Hintergrund führen zu Ärger, Groll und negativen Gefühlen.
Doch durch diese Verhaltensweisen können wir auch glücklicher werden. Durch die Auflösung dieser Verhaltensweisen werden wir glücklicher und innerlich ruhiger. Wir übernehmen die Verantwortung für uns selbst und unser Verhalten.

Gehe in dich

Gehe in dich. Hast du auch solche negativen Verhaltensweisen?
Ich mag den Ausdruck „negative“ Verhaltensweisen nicht, denn es sind eigentlich „automatische“ Verhaltensweisen, die zu schlechte Gefühlen und Unruhe führen.
Hast du also solche automatischen Verhaltensweisen, nach denen du dich schlecht fühlst?

Am Anfang des Artikels habe ich schon darüber gesprochen.
Vielleicht nörgelst du viel an deinem Partner oder deiner Partnerin herum.
Vielleicht kritisierst du dich selbst sehr viel.
Manchmal isst du zu viel Schokolade und fühlst dich danach schuldig.
Die Liste für mögliche Beispiele ist sehr lange. Du weißt wovon ich spreche.

Wieso tun wir diese Dinge?

Hinter all diesen Verhaltensweisen stecken meist positive Absichten.
Ich wollte den Drucker reparieren, damit ich Lob bekomme.
Vielleicht isst du gerne Schokolade, weil sie Glücksgefühle in dir auslösen.
Vielleicht schiebst du Überstunden ohne Ende, damit du Anerkennung von deinem Chef bekommst.

Nur irgendwann einmal haben sich diese positiven Absichten verselbstständigt, und nach und nach haben sich daraus unbewusste Verhaltensweisen entwickelt, die uns eher das Gegenteil der ursprünglichen guten Absicht bringen.

Du siehst also, wir sind keine Masochisten, die sich selbst gerne weh tun. Nein, hinter diesen Verhaltensweisen steckt eine positive Absicht, die leider einmal eine falsche Abbiegung nahm.

Hinter allen unseren Handlungen steckt eine positive Absicht.

Flamm Ärger Sonnenuntergang

Vom Ärger zum Glück

Wie also lösen wir solche Verhaltensweisen auf? Ich habe eine ganz einfache Methode für dich:

Auflösung von negativen Verhaltensweisen
1. Beobachte dich selbst. Sei achtsam, welche automatisierten Verhaltensweisen, du in dir trägst.
Mit der Zeit wirst du merken, dass sich viele Dinge wiederholen.
2. Bewerte nicht. Ärgere dich nicht darüber, wenn du schon wieder diese oder jene unbewusste Verhaltensweise an den Tag gelegt hast.
Kritisiere dich nicht selbst.
3. Jedes Mal, wenn du selbst merkst, dass du eine deiner negativen Verhaltensweisen angewendet hast, lobe dich für deine Achtsamkeit.
Sieh das ganze als ein Spiel an, und belohne dich für deine Aufmerksamkeit und Achtsamkeit.
4. Führe das Beobachten weiter. Sonst nichts.

Viele werden jetzt fragen: Sonst nichts?
Nein, sonst nichts. Indem du dein Verhalten einfach nur beobachtest, wird es sich verändern. Wir ersetzen das Verhalten nicht, wir führen keine Belohnungen ein für anderes Verhalten, und wir verwenden auch keine Bestrafungen. Einfach nur beobachten.
Mit der Zeit wirst du sehr viel schneller erkennen, wann diese Dinge passieren.
Und mit der Zeit wird dir auch klar werden, wieso du diese Dinge machst. Dir werden also die Gründe hinter deinem Verhalten klarer werden. Du wirst dir selbst verzeihen.
Du wirst die Auslöser finden. Was löst diese Reaktionen in dir aus.

Mit Zeit und Übung, wirst du über deine Verhaltensweisen lächeln. Du lernst es leichter zu nehmen.
Langsam, ganz langsam werden deine automatisierten Verhaltensweisen verschwinden.
Langsam, mit Achtsamkeit, Verständnis und Liebe für dich selbst übernimmst du die Verantwortung für dein Leben und deine Verhaltensweisen.

Und so schaffst du es Ärger in Glück umzuwandeln.

Zusammenfassung

Indem du dich selbst, und deine automatischen Verhaltensweisen beobachtest, wirst du nervige Verhaltensweisen ablegen.
Du wirst glücklicher und entspannter werden. Das Ganze braucht nur etwas Geduld. Du hast dir 30 Jahre nervige Verhaltensweisen angewöhnt, da könnte es schon ein bisschen dauern, bis du sie wieder los wirst.

Mit Achtsamkeit, Selbstliebe und Geduld kannst du deinen Ärger in Glück umwandeln.
Ich hoffe, ich habe dir ein paar gute Ideen und Anregungen geliefert.

Ich wünsche dir viel Spaß und Freude beim Ausprobieren der Übung.
Danke fürs Lesen,
Christoph

 

PS.:
Hast du auch nervige Verhaltensweisen, die du immer wieder tust, die dich aber selbst ärgern?
Ich würde mich freuen, deine Meinung in den Kommentaren zu lesen.

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