Der wachende Gott

Jeder trägt Weisheit in sich. Eine tiefe Quelle, die wir besonders in schwierigen Situationen benutzen können. Aber woher kommt diese Weisheit? Heute habe ich eine wunderschöne inspirierende Geschichte für dich: Der wachende Gott.

Flamm wachende Gott

Inhaltsverzeichnis

Der wachende Gott
Interpretation

Der wachende Gott

Früher, als die Erde noch jung war, verkehrten die Götter noch oft mit den Menschen. Die Götter erfreuten sich daran den Menschen zuzusehen. Später zogen sich die Götter mehr und mehr in den Himmel zurück.
An welchen Dingen erfreut man sich, wenn man ein ewiges Leben vor sich hat? An wenigen Dingen. Aber besonders die großen Siege und die großen Niederlagen der Menschen gefielen den Göttern. Deshalb schickten sie den Menschen Herausforderungen zu ihrer eigenen Belustigung.

Einer der Götter mit Namen Peijan suchte die Göttin mit Namen Sophyae auf, und er fragte sie: „Edle Schwester. Was haben die Menschen was wir nicht haben? Unsere Brüder und Schwestern werden immer dekadenter. Es scheint die einzige Freude vieler ist das Schauen der ach so kleinen Menschen. Wieso ist dem so?“
Sie lächelte und antwortete: „Ach Bruder. Siehst du es nicht. Weil die Menschen ein so kurzes Leben haben, sind sie voller Hingabe und Liebe. Das beneiden viele der unseren.“

Peijan sinnte lange über diese Antwort nach. Er konnte sich fast nicht mehr daran erinnern, was die Worte Hingabe und Mitgefühl bedeuteten, weil er sie so lange nicht mehr erlebt hatte.

Er dachte weiter über diese Dinge nach und faste einen Entschluss. Peijan ging zu Sophyae und sagte zu ihr: „Geliebte Schwester. Wir haben so viel vergessen. Ich möchte unter den Menschen leben, wieder die Hingabe lernen, und zurück zu den unseren bringen.“
Sophyae lächelte: „Früher haben wir unter den Menschen gelebt, aber jetzt nicht mehr. Wenn du unter den Menschen leben willst, dann solltest du das als einer von ihnen tun.“
Peijan war festen Willens, und so sagte er „Sodann werde ich unter ihnen leben als einer der ihren. Lösche meine Erinnerung und sende mich auf die Erde. Hole mich zurück nach einem Menschenleben. Kannst du diesen Spruch für mich sprechen, Schwester.“
„Deine Erinnerung zu löschen und dich in den Körper eines Menschen zu gebären, übersteigt meine Macht. Ich brauche die Unterstützung eines weiteren Gottes.“

So suchten die beiden einen dritten Gott, der ihnen half. Diesen fanden sie bald im Gott Anoitos.
Zu zweit sprachen sie nun diesen Spruch. Kurz bevor Peijan auf die Erde niederfuhr küsste ihn Sophyae auf die Stirn und sagte: „Bruder. Ein Geschenk gebe ich dir mit. In Momenten der größten Not, sollst du dich an deine göttliche Weisheit erinnern.“

Anoitos war für seinen Schabernack bekannt. Er sah, dass Sophyae Peijan in den Sohn eines Königs hineingebären wollte. Doch er fand es viel lustiger, den Geist von Peijan in das Kind eines Bauern zu senden.

Als der Spruch gesprochen war, fuhr Peijan auf die Erde hinab bar jeder Erinnerung und ohne seine Kräfte. Sophyae blickte auf die Erde hinab, und zu dem kleinen Prinzen, in dem Peijan sein sollte. Sie erschrak als sie erkannte, dass Anoitos den Zauberspruch geändert hatte.

Sie schrie ihn an: „Du Narr. Was hast du getan? Wohin hast du Peijan gesendet? Nur ich sollte wissen in welchem Körper er ist, damit er vor euren Spielereien geschützt ist. Er sollte das authentische Leben eines Menschen leben, ohne die Einmischung der Götter. Nach diesem Leben sollte ich ihn wieder zurückholen. Doch jetzt kann ich ihn nicht mehr sehen.“
Doch Anoitos lachte nur: „Ich habe den Wunsch meines Bruders wahrhaft erfüllt. Er wollte leben und leiden wie ein Mensch. Was reicht da ein Menschenleben aus? Er wird wie die anderen Menschen leben, sterben und wiedergeboren werden. Bis er wieder erwacht.“
Sophyae stürzte zu Boden und weinte bitterlich, und auf der Erde regnete es.

 

Diese Geschichte ist nun viele Erdzeitalter her. Doch obwohl die Götter unsterblich sind, so sind sie doch in Vergessenheit geraten. Viele Götter sind aufgestiegen und wieder vergangen seit damals.

Doch die Seele von Peijan weilt immer noch auf der Erde. Seit damals hat sie sich oft geteilt, und hat in den verschiedensten Körpern gewohnt.

Und wer weiß, vielleicht steckt auch in dir ein Teil des Göttlichen.
Vielleicht steckt auch in dir die Weisheit eines Gottes.

Denn manchmal, ganz selten, erwacht dieser Gott in dir, und du erfährst seine Weisheit.

Flamm wachende Gott

Interpretation

Jeder trägt Weisheit in sich, wirklich jeder.
Diese Weisheit kommt in verschiedenen Momenten durch, und besonders in sehr schwierigen Situationen. Doch meistens überhören wir diese Stimme in uns.

Es liegt an uns, wieder zu lernen, auf diese Stimme zu hören.

 

Danke, dass ich ein Stück deines Weges mit dir gehen durfte,
Christoph

 

PS.:
Kennst du den Gott in dir? Ich würde mich freuen, deine Meinung in den Kommentaren zu lesen.

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