Was hält dich vom Glück ab?

Was hält dich am meisten vom glücklich sein ab? Diese Frage ist meiner Erfahrung nach ganz einfach zu beantworten.

Bevor du weiterliest, denke doch mal drüber nach, was dich persönlich am meisten vom glücklich sein abhält.

Fertig nachgedacht? Dann entspanne dich und genieße folgende Geschichte.

Der Zen Meister und die Tasse

Es lebte einmal ein Zen Meister weitab vom Trubel der großen Städte. Er war aber über die Grenzen seines Landes hinweg bekannt für seine Weisheit und Ausgeglichenheit.

So erfuhr auch ein Reporter einer westlichen Zeitung von diesem Zen Meister. Wegen des guten Rufes des Zen Meisters, und da ihm übermenschliche Fähigkeiten zugeschrieben wurden, wollte der Reporter den Zen Meistern interviewen.

Der Reporter bestieg also ein Flugzeug und flog damit um die halbe Welt. Die Reise zum Haus des Meisters war lang und beschwerlich. Aber der Reporter war fest entschlossen, den Meister zu finden.

In einem kleinen und unscheinbaren Haus fand der Reporter dann den Meister. Er warf sich vor ihm auf den Boden und bat um ein Interview. Der Meister lächelte nur, lud den Mann zu einem gemeinsamen Tee ein, und gewährte ihm die Fragen.

Der Reporter konnte sein Glück nicht fassen, denn in den Geschichten rund um den Meister wurde auch gesagt, der Meister würde Dinge nie direkt ansprechen, sondern immer auf sehr kreative und ausgefallene Weise lehren.

Total übereifrig ließ sich der Reporter am Tisch nieder.

„Welchen Weg empfehlen Sie um schnell zur Erleuchtung zu gelangen?“

Der Reporter hatte sich den gesamten Flug über überlegt, welche Fragen er an den Meister richten würde, und so hatte er effektive Fragen vorbereitet, sodass er ganz schnell ganz viel Wissen bekommen würde. Wer weiß, vielleicht würde der Meister ja mitten im Interview aufhören zu sprechen. Diese Meister sind ja allesamt sehr merkwürdig.

Der Meister lächelte nur, und deutete auf die Teetasse.

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„Ah, ich verstehe, Sie meinen also, durch Achtsamkeit erlangt man am schnellsten die Erleuchtung.“

Der Meister lächelte weiter, und zeigte auf die Teekanne.

„Verstehe ich Sie richtig, durch achtsames Handeln soll ich mich selbst beobachten, dadurch werde ich mich selbst erkennen.“

Der Meister lächelte weiter und griff zur Teekanne.

Der Reporter plapperte ungebrochen weiter, er stellte Frage um Frage. Er ließ dem Meister nicht einmal die Zeit zu antworten.

Der Meister lächelte weiter und goss den Tee in die Tasse des Reporters.

Der Reporter sprach und sprach und sprach.

Und langsam hörte der Reporter auf zu sprechen. Der Meister goss immer mehr Tee in die Tasse. Die Tasse war schon voll, aber der Meister hörte nicht auf. Der Reporter hielt verdutzt inne. Und der Meister goss immer weiter, sodass der Tee schon über den Untersetzer hinweg auf den Tisch floss.

Mit offenem Mund und Unverständnis in den Augen saß der Reporter nun vor dem Meister.

„Du bist wie diese Tasse. Du bist voll, und du willst immer mehr einfüllen.“

Nach diesen Worten des Meisters, erhob er sich elegant, und ließ den Reporter alleine am Tisch sitzen.

Der Reporter blieb verdutzt sitzen, hatte er den Meister beleidigt, hatte er etwas Falsches gesagt?

Er blieb lange sitzen, und als sich der Reporter schließlich erhob, lächelte er.

Er hatte verstanden, was der Meister gesagt hatte.

Was hält dich am meisten vom glücklich sein ab?

Du selbst!

Aber bevor du jetzt lauthals protestierst, sei achtsam, was bewirkt dieser Satz bei dir?

Du behinderst dich selbst am meisten dabei glücklich zu werden?

Was bewirkt dieser Satz in dir? Bringt er dich zum Nachdenken, macht er dich wütend, oder ruft er nur ein wissendes Lächeln hervor? Deine innere Reaktion auf diesen Satz wird dir sehr helfen mit ihm umzugehen.

Wir alle haben im Laufe unseres Lebens belastende Verhaltensweisen und unnützes Wissen angesammelt. Das gilt für jeden, ausgenommen erleuchtete Meditationsmeister, die auf einer Bergspitze sitzen. Aber jeder Normalsterbliche entwickelt negative Verhaltensweisen. Wir tragen alle viel seelischen Müll mit uns herum.

Wieso tun wir das? Wir gehen unbewusst durch das Leben, da sammelt sich viel Müll an. Wir werden von Kindheit an auf bestimmte Verhaltensweisen konditioniert. Und diese Verhaltensweisen nehmen wir dann an, sehen sie als normal an, und hinterfragen sie nicht mehr. Wenn wir nach links und nach rechts blicken, dann verhalten sich alle Leute so, deswegen glauben wir, das sei normal.

Und je mehr und je länger wir diese Verhaltensweisen benutzen, desto schwieriger wird es diese Verhaltensweisen zu ändern.

Je älter wir werden, desto mehr haben wir in unserer Tasse angesammelt.

Ich habe mal gehört, kleine Elefanten werden immer mit einem kleinen Pflock angebunden. Der kleine Elefant ist voller Energie und Tatendrang, und möchte den Pflock ausreißen.

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Aber da er noch klein und schwach ist, zähmt ihn der Pflock und hält ihn an Ort und Stelle. Jeden Tag kämpft der kleine Elefant gegen diesen Pflock. Immer und immer wieder. Irgendwann hört der Elefant auf, und akzeptiert die Limitierung des Pflocks. Wenn der Elefant dann erwachsen und stark ist, glaubt er immer noch, dieser Pflock könnte ihn halten. Doch weit gefehlt. Dieser kleine Pflock könnte niemals einen großen Elefanten halten, doch er versucht es nicht einmal. Der Pflock scheint unüberwindlich stark zu sein.

Und so ist es bei uns Menschen auch. Wir leben einen so geringen Teil unseres Potentials. Jeder von uns. Wir leben so weit entfernt von unserer wahren Größe. Wir lassen uns klein machen, und hängen einsam, unglücklich und schwach an unserem Pflock.

Doch dieser Pflock bietet auch Sicherheit und Geborgenheit. Was wären wir nur ohne diesen Pflock.

Wenn wir uns unserer wahren Stärke bewusst wären, dann würden wir den Pflock unserer verstaubten Glaubenssätze einfach ausreißen.

Wie also reißen wir diesen Pflock aus?

Wie also leeren wir unsere Tasse aus?

Die leere Tasse

Im ersten Schritt sei offen für Neues.

Wenn ich hier erklären würde, wie man ein kompliziertes mehrdimensionales Integral berechnet, würde mir jeder an den Lippen hängen, ohne an meinen Aussagen zu Zweifeln. Beim Glücklich sein ist das schon anders. Jeder hat seine eigenen Vorstellungen, wie das funktioniert und wie er das erreicht. Diese Glaubenssätze sind meist sehr stark von außen beeinflusst. Ich habe das in meinen Kursen immer sehr stark erlebt. Die Leute sind eh glücklich, sie wollen nur noch diesen „einen“ Trick haben, um noch glücklicher zu werden. So funktioniert das aber nicht. Genau diese alten eingefahrenen Glaubenssätze halten die Leute von ihrem wahren Glück ab. Und genau das Gleiche gilt für dich!

Wenn du was Neues Schönes in deine Teetasse einfüllen möchtest, musst du zuerst ausleeren, was schon drin ist!

Sei wie ein Kind, ohne Vorurteile und Annahmen. Erlebe die Welt verspielt und entdecke Neues. Blicke über den Horizont.

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Im zweiten Schritt sei mutig und vertraue dir selbst. Es bedarf großen Mut, seine eigenen Verhaltensweisen zu hinterfragen, und Vertrauen in sich selbst, das auch zu tun. Ich spreche vom Bewusst machen und hinterfragen von alten Verhaltensweisen wie auch von neuen Informationen.

Im dritten Schritt sei kritisch. Kritisch gegenüber deinen alten Verhaltensweisen, und kritisch gegenüber neuen Informationen, die auf dich einprasseln. Achte darauf was du in deine Tasse hineinlässt.

Bei all diesen Schritten achte auf Folgendes: Verzeihe dir selbst. Das Hinterfragen von alten Verhaltensweisen wirbelt sehr viel Staub auf, und offenbart meist unschöne Aspekte von uns selbst. Aber diese unschönen Aspekte hat jeder. Es kommt nicht darauf an, was du in deiner Vergangenheit getan hast. Es kommt darauf an, wie du JETZT damit umgehst. Im Grunde deines Herzens bist du ein liebevoller und liebenswerter Mensch. Verzeih dir selbst. Du bist ein wundervoller Mensch.

Wenn du offen für Neues bist, deine alten Glaubenssätze hinterfragst, und Neues sowie auch Altes kritisch beleuchtest, dann wirst du deine Tasse langsam ausleeren.

Langsam wirst du entdecken, welcher wundervoller Mensch du wirklich bist.
Du wirst all den Staub, der auf dir liegt, abwerfen, und alle Ketten, die dich zurückhalten, sprengen.

Du wirst innere Ruhe, Entspannung und Glück finden.

 

 

Danke fürs Lesen,
Christoph

 

PS.:
Hast du zu dem Thema auch was zu sagen? Ich würde mich freuen von deinen Erkenntnissen und Erlebnissen in den Kommentaren zu lesen.

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