Was ist Achtsamkeit?

Heutzutage liest man oft das Wort Achtsamkeit in den Medien. Aber wenige Leute wissen wirklich, was es damit auf sich hat. Was Achtsamkeit genau ist, und welche Vorteile sie dir bringt, erzähle ich dir heute.
Mein Ziel ist es, dir diese Begriffe einfach und verständlich zu erklären.

Welche Vorteile bringt Achtsamkeit?

Durch das Training von Achtsamkeit

  • wirst du ruhiger und gelassener werden. Achtsamkeit hilft dir Verhaltensweisen, die zu Ärger führen, aufzulösen.
  • wirst du sehr viel glücklicher werden. Durch die Achtsamkeit wirst du mehr positive Punkte in deinem Leben sehen.
  • wirst du ein erfüllteres Leben haben. Die Achtsamkeit wird dir zeigen, was wirklich wichtig ist.
  • wirst du besser im Umgang mit deinen Mitmenschen. Achtsamkeit hilft dir deine emotionale Intelligenz zu verbessern.
  • wirst du im Job besser werden. Durch mehr innere Ruhe und mehr emotionale Intelligenz passiert das wie von selbst.

Flamm Christoph Achtsamkeit

Das hört sich super an. Wie genau funktioniert diese Achtsamkeit, und was ist sie?

Was ist Achtsamkeit?

Achtsamkeit ist Aufmerksamkeit auf den gegenwärtigen Moment ohne zu bewerten.

– Jon Kabat-Zinn

Nach meiner Erfahrung ist das die schönste und einfachste Definition, die ich kenne. Achtsamkeit ist also nichts anderes wie Aufmerksamkeit. Ganz wichtig sind die beiden Zusätze: auf das Jetzt und das Nicht Bewerten.

Du wirst dir vielleicht jetzt denken: WAS? Christoph verspricht mir all diese tollen Sachen, wie Ruhe und Glück, und das soll funktionieren nur mit Aufmerksamkeit?
JA, das ist vollkommen richtig.

Durch das regelmäßige Training der Achtsamkeit, wirst du alle der oben beschriebenen Punkte erreichen, genauso wie du fitter werden wirst, wenn du oft ins Fitnessstudio gehst. Das leuchtet ein.
Und wie genau das funktioniert erkläre ich dir im Folgenden!

Beispiele für Achtsamkeit?

Um Achtsamkeit besser zu verstehen, sind hier ein paar einfache Beispiele von achtsamen Gedanken:

  • Ich fühle mich ausgeschlafen.
  • Ich habe gerade Kopfschmerzen.
  • Dort drüben steht eine Frau mit roten Schuhen.

Das sind keine achtsamen Gedanken:

  • Ich habe Kopfschmerzen, der heutige Tag wird nicht gut. Hier wird schon auf die Zukunft vorgegriffen, obwohl ich diese nicht kenne.
  • Dort drüben steht eine Frau mit roten Schuhen, das sieht ja total blöd aus. Und hier steckt eine Bewertung mit drin.

An diesen einfachen Beispielen siehst du, Achtsamkeit ist die Aufmerksamkeit auf den gegenwärtigen Moment ohne zu bewerten.

Weiters siehst du auch, diese Aufmerksamkeit kann nach innen und nach außen gehen. Im Folgenden werden wir uns auf die Achtsamkeit nach innen konzentrieren.

Wie funktioniert Achtsamkeit?

Chade-Meng Tan ist Achtsamkeitslehrer bei Google. Die Funktionsweise der Achtsamkeit erklärt er in drei einfachen Schritten:

  • Selbstwahrnehmung: Im ersten Schritt lernst du deine eigenen Körpergefühle wahrzunehmen.
  • Selbsterkenntnis: Im zweiten Schritt lernst du verstehen, was wirklich in dir los ist.
  • Positive Verhaltensweisen: Aus dieser Erkenntnis vom zweiten Schritt ergeben sich eine Vielzahl neuer positiver Handlungsmöglichkeiten für dich.

Das Ganze möchte ich dir auch ausführlich erklären:

Du kannst aufmerksam und achtsam sein im innen auf die folgenden Punkte:

  • Gedanken: Du kannst deine Gedanken hören
  • Gefühle: Du nimmst deine eigenen Gefühle wahr
  • Körper: Du spürst körperliche Empfindungen

Die wichtigste dieser drei Eigenschaften ist deine Fähigkeit, achtsam zu sein auf deine körperlichen Empfindungen. Weil Gedanken und Gefühle, sowohl bewusste als auch unbewusste, haben immer eine körperliche Entsprechung.

Was heißt das? Wenn du aufgeregt bist, wird dein Puls schneller. Wenn du gestresst bist verspannen sich deine Schultern. Wenn du traurig bist, hängen deine Schultern nach unten. Das ist die Selbstwahrnehmung.

Das heißt, durch die Übung deiner Achtsamkeit auf deinen Körper erkennst du sehr viel früher, was in dir los ist.
Was heißt das? Wenn du merkst dein Atem wird schneller, weißt du: ich werde aufgeregt.
Wenn du Gewicht auf deinen Schultern fühlst, weißt du: ich fühle mich gestresst.
Wenn dein Atem aussetzt, weißt du: Ich bin in einer Angst Situation.

Durch diese körperlichen Wahrnehmungen weißt du also schon sehr viel früher was mit dir los ist. Besonders bei unbewussten Verhaltensweisen erkennst du über deinen Körper sehr viel früher was in dir gerade passiert. Das ist die Selbsterkenntnis.

Und wenn du bewusst wahrnimmst was gerade in deinem Körper passiert, dann kannst du auch bewusst Maßnahmen setzen, um auf die Situation zu reagieren. Das sind die positiven Verhaltensweisen.

Wieso ist die Achtsamkeit eine so wertvolle Eigenschaft?

Wenn du durch deine gute Körperachtsamkeit schon früh weißt, was gerade in dir los ist, kannst du deine Reaktion in Situationen frei entscheiden.

Wenn du in eine stressige Situation kommst. Das merkst du, weil dein Atem schneller wird. Dann kannst du bewusst gegensteuern, indem du ein paar ruhige Atemzüge nimmst, und die Situation ruhig angehst.

Wenn dein Partner oder Partnerin heimkommt, und sich beschwert, wieso noch nicht das Essen auf dem Tisch steht. Normalerweise würde dann eine bissige Antwort folgen. Aber durch deine erhöhte Achtsamkeit auf deinen Körper merkst du: Hoppla, mein Kopf hat sich gerade ruckartig umgedreht, meine Augenbrauen sind zusammengezogen, mein Mund hat sich geöffnet. Durch die Wahrnehmung auf diese körperlichen Dinge weißt du, du stehst kurz davor eine bissige Antwort zu geben. Und dann hast du einige Sekunden Zeit. Du kannst dich entscheiden, eine bissige Antwort zu geben, oder dich zurückzulehnen und zu lächeln.

Durch die Fähigkeit der Achtsamkeit erhältst du also mehr Entscheidungsmöglichkeiten in deinem Leben, weil du einfach früher weißt was los ist. Du hast also öfters dich Möglichkeit, dich für Glück, Ruhe und Freude zu entscheiden.

Sei ehrlich, wie oft hast du dich schon über unwichtige Dinge geärgert.
Wie oft haben dich unwichtige Dinge gekränkt?
Wie oft hast über unwichtige Dinge gestritten?
Wie oft hast du Möglichkeiten, dich zu freuen, vorbeiziehen lassen?

Du fängst schon langsam an zu verstehen, was die Achtsamkeit wirklich kann.

Wie funktioniert Achtsamkeit? Teil 2

Durch das Training der Achtsamkeit, lernen wir also schon sehr früh zu erkennen, was in uns los ist. Dadurch haben wir mehr Handlungsmöglichkeiten. (Selbstwahrnehmung, Selbsterkenntnis und positive Verhaltensweisen).
Im letzten Abschnitt haben wir gesehen, dass wir dadurch die Möglichkeit haben, uns öfters für Glück, Freude und Ruhe zu entscheiden.

Ich möchte hier nochmal explizit betonen: Achtsamkeit erfolgt ohne Bewertung. Glück, Freude und Ruhe sind sehr positiv besetzte Dinge. Du hast auch die Möglichkeit, dich für Konfrontation und Unruhe zu entscheiden.

Wenn dein Partner oder Partnerin nach Hause kommt, und sich beschwert, weil noch kein Essen auf dem Tisch steht, liefert dir die Achtsamkeit nur die Erkenntnis: ich bin gerade davor etwas Bissiges zu sagen. Aber was ist, wenn du schon monatelang darunter leidest immer das Essen zu kochen. Dann wäre es wohl an der Zeit, das deinem Partner oder Partnerin zu sagen? Und auch wenn du dich für eine Konfrontation entscheidest, hilft dir die Achtsamkeit dabei. Weil du wirst ganz genau wissen, wann du dich wie fühlst.

Wenn dich dein Chef im Büro anschreit, sagt dir deine körperliche Achtsamkeit: Achtung, runterhängende Schultern und ein Unwohlsein im Bauch, ich verfalle gerade wieder in Selbstmitleid. Du kannst dich daraufhin entscheiden zu schweigen, oder ihn um ein klärendes Gespräch bitten. Dieses Gespräch wird nicht einfach werden, aber durch deine Achtsamkeit, wirst du immer wissen, wie es dir geht.

Durch diese Beispiele wird auch sehr viel klarer, wieso in der Definition der Achtsamkeit die Wertungsfreiheit so wichtig ist. Durch die Bewertung würden wir uns selbst Handlungsmöglichkeiten wegnehmen.

Die Achtsamkeit zeigt dir, was gerade im Moment los ist. Was du daraus machst; liegt an dir.

Achtsamkeit hat nicht nur schöne Seiten. Durch Training der Achtsamkeit nimmt man zum Beispiel auch körperliche Schmerzen besser wahr. Aber auch hier gilt, die Achtsamkeit zeigt dir, was im Moment los ist. Was du daraus machst; liegt an dir.

Zusammenfassend ist die Achtsamkeit ein sehr mächtiges Hilfsmittel.

Achtsamkeit, Meditation, und MBSR

Alle die oben beschriebenen positiven Effekte der Achtsamkeit hören sich sehr gut an, und du wirst natürlich fragen, wie du alle diese Dinge erhältst.
Die Antwort ist einfach: Durch das Training der Achtsamkeit.

Sehr viele Formen der Meditation beschäftigen sich mit dem Training der Achtsamkeit, und auch im Speziellen auf die Achtsamkeit des Körpers.

Die zwei Grundelemente der Vipassana Meditation (nach S.N. Goenka) sind

  • Achtsamkeit und
  • Gleichmut

Während der Meditation konzentriert sich der Praktizierende achtsam auf seine Körperwahrnehmungen. Gleichmut bedeutet hier sowohl schöne Gefühle als auch Schmerzen anzunehmen ohne sie zu bewerten. Durch diese Praxis erkennt der Meditierende, dass alle Empfindungen vergänglich sind, und erlangt dadurch die Erlösung.

Flamm Achtsamkeit Pixa

Es gibt unzählige Meditationstechniken, die sich mit der Achtsamkeit befassen.

Wenn ich über Achtsamkeit und Meditation spreche, ist es mir auch wichtig, MBSR zu erwähnen.

Sehr salopp ausgedrückt hat Jon Kabat-Zinn Vipassana Meditation wissenschaftlich analysiert, und die wichtigsten Kernelemente extrahiert. Die Erkenntnisse hat er dann zusammengefasst unter dem Namen Mindfulness Based Stress Reduction (zu Deutsch: Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion), abgekürzt MBSR.
Das war sozusagen auch die Geburtsstunde der kontemplativen Neurowissenschaften.

Meditation und MBSR sind zwei Seiten der gleichen Münze. Sie setzen beide einen verschiedenen Fokus.
Personen, die Spiritualität schätzen, lege ich klassische Meditation nahe.
Personen, die eher logisch interessiert sind, empfehle ich eher MBSR.

Die oben beschrieben tollen Vorteile durch Achtsamkeit, erreicht man über beide Wege.

Nach dem Training der Achtsamkeit, wird neben der Achtsamkeit auf deinen Körper, auch deine Achtsamkeit auf deine Gedanken und Gefühle besser werden. Im nächsten Schritt wird dann auch deine Achtsamkeit nach außen besser werden, und du wirst die Leute rund um dich sehr viel besser verstehen.

Wie startest du?

Das war jetzt sehr viel Information auf einmal. Ich hoffe dir hat meine Einführung in die Achtsamkeit gefallen.

Zum Abschluss dieses Artikels möchte ich dir noch eines mitgeben: Wie du am besten damit startest deine Achtsamkeit zu trainieren. Nämlich mit einer ganz kleinen einfachen Übung:

Setz dich ruhig und entspannt hin, und beobachte 2 Minuten lang deinen Atem. Das ist Alles. Sonst nichts. Beobachte 2 Minuten ganz entspannt, wie du atmest.

Diese kleine Übung ist der Beginn einer wundervollen Reise. Vertrau mir.
Führe diese Übung täglich durch.

Wie es weitergeht, werde ich hier in diesem Blog beschreiben!

 

Danke fürs Lesen,
Christoph

 

PS.:
Einige Ideen für diesen Blog habe ich dem Buch: Search Inside Yourself von Chade-Meng Tan entnommen.

Hast du Erfahrung mit der Übung von Achtsamkeit? Oder was sagst du zu diesem Thema? Ich würde mich freuen, darüber in den Kommentaren zu lesen.

Falls dir der Post gefallen hat , dann würde ich mich über ein Facebook Like freuen!


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